Viel zu kleine Becken Russland will gut hundert eingesperrte Wale freilassen

Im Osten Russlands haben Firmen etliche Belugas und Orcas auf sehr kleinem Raum eingepfercht. Behörden wollen die Tiere nun befreien - und in eine Reha-Klinik stecken.

Administration of Primorsky Krai/ Alexander Safronov/ REUTERS

Russische Behörden haben entschieden, knapp hundert Wale freizulassen, die im Osten Russlands in kleinen Becken festgehalten werden. Das sagte Oleg Kozhemyako, Gouverneur der Region Primorje, laut der russischen Nachrichtenagentur "Tass" am Montag. Tierschützer bezeichnen die Anlage als "Wal-Gefängnis".

Im vergangenen Jahr waren erstmals Bilder aus der Bucht nahe der am japanischen Meer gelegenen russischen Hafenstadt Nachodka aufgetaucht. Daraufhin gab es massive Kritik. Mehrere Firmen hatten die elf Orcas und 87 Belugas gefangen und wollten sie unter anderem an Aquarien in China verkaufen. Schließlich schaltete sich Wladimir Putin ein und forderte Ende Februar, die Wale freizulassen.

Forscher arbeiten an Freilassungplan

Die Entscheidung, die Tiere nun tatsächlich ins offene Meer zu entlassen, fällt mit dem Besuch des französischen Ozeanographen Jean-Michel Cousteau in der Region Primorje zusammen. Er ist der Sohn des berühmten Meeresexperten Jacques Cousteau. Forscher aus Cousteaus Team sowie russische Wissenschaftler würden einen Plan erarbeiten, wann welche Meeressäuger entlassen würden, so Kozhemyako laut "Tass".

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Eingesperrte Orcas und Belugas: In der Wal-Hölle

Kozhemyako kündigte zudem an, eine Rehabilitations-Station für die Wale einzurichten. Dort sollten kranke Tiere in einer möglichst natürlichen Umgebung untergebracht und behandelt werden. Der Kreml habe bestätigt, dass die Wale unter grausamen Bedingungen gehalten würden. Die Tiere wieder in die Freiheit zu entlassen, sei jedoch gar nicht so einfach.

Experten hatten bereits Anfang März beraten, wie es mit den Tieren weitergehen könnte. Der Direktor des russischen Forschungsinstituts für Fischerei und Meereskunde sagte damals, die Wale müssten aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes noch drei bis vier Monate in der Anlage bleiben. Erst dann sei ein Transport möglich. Zudem äußerten Experten Bedenken, die Meeressäuger in der kalten Jahreszeit freizulassen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war fälschlicherweise von der japanischen Hafenstadt Nachodka die Rede. Nachodka ist jedoch eine russische Hafenstadt, die am japanischen Meer liegt. Wir haben den Fehler korrigiert.

jme/Reuters



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