Satellitenbild der Woche Afrikas geheimnisvolles Auge

Das "Auge Afrikas" erkennt man nur von oben. Eine aktuelle Satellitenaufnahme zeigt die Besonderheiten der geologischen Struktur im Sahara-Sand von Mauretanien. Einst wurden die geheimnisvollen Kreise als Überbleibsel eines kosmischen Einschlags gedeutet. Doch das stimmt nicht.
Guelb er Richat (am rechten Bildrand): Spektakuläre Kreise im Wüstensand

Guelb er Richat (am rechten Bildrand): Spektakuläre Kreise im Wüstensand

Foto: ESA

Sahara

Mauretanien

Mit einem Durchmesser von rund 45 Kilometern ist die Struktur an sich schon ziemlich beeindruckend: Guelb er Richat heißt das kreisförmige Gebilde in der Adrar-Region der im nordafrikanischen Staat . Einige poetisch angehauchte Menschen sprechen lieber vom "Auge Afrikas". Besonders faszinierend wird die Formation unweit des Orts Ouadane dadurch, dass ihre Entstehungsgeschichte bis heute nicht abschließend geklärt ist.

Shuttle

Satelliten

Schon seit Beginn des bemannten Raumfahrtzeitalters ist Guelb er Richat den All-Reisenden ins Auge gefallen - vor allem weil das Areal aus seiner ansonsten so kontrastarmen Umgebung hervorsticht. -Besatzungen dient das Gebiet noch immer als Orientierungshilfe, heißt es. Immer wieder haben auch das geologische Wunderwerk betrachtet, so zählte es zu den ersten Beobachtungszielen des deutschen Radarsatelliten "TerraSAR-X". Die aktuelle Aufnahme stammt nun vom europäischen Umweltsatelliten "Envisat".

Meteoriten

Ursprünglich hatten Forscher vermutet, die Formation sei durch den Einschlag eines entstanden. Doch diese Annahme gilt seit Ende der sechziger Jahre als überholt - weil Expeditionen keine charakteristischen Impaktgesteine finden konnten. Das sind Gesteinstypen, die sich unter dem hohen Druck und den hohen Temperaturen eines kosmischen Einschlags bilden würden. Und genau die gibt es in dem Gebiet eben nicht.

Manch ein Wissenschaftler vermutete, dass Vulkanismus hinter den Kreisen im Wüstensand stecken könnte. Doch mittlerweile wird Guelb er Richat als Resultat von geologischen Aufwölbungsprozessen interpretiert - und der anschließenden Erosion durch Wind und Wasser. Die unterschiedlich starke Verwitterung verschiedener Gesteinstypen soll dieser Interpretation zufolge für die Entstehung der konzentrischen Kreise gesorgt haben.

Blau und violett erscheinen auf dem Bild höher gelegene Bergrücken aus beständigerem Material; gelblich leuchten die Täler, in denen weniger widerstandsfähige Gesteine zu finden sind.

chs
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