Satellitenbild der Woche Das Unterwassermonster macht schlapp

Seit Monaten brodelt vor der Küste der kanarischen Insel El Hierro ein Unterwasservulkan. Beinahe wöchentlich nahm seine Aktivität zu. Doch nun wird es stiller um das hitzige Monster. Beruhigt sich der Vulkan?
El Hierro: Am 16. Dezember bebte es drei Mal auf der Kanareninsel

El Hierro: Am 16. Dezember bebte es drei Mal auf der Kanareninsel

Foto: Nasa

Mehr als 10.000 Erdstöße meldeten Geologen seit Juli auf und bei der kanarischen Insel El Hierro. Auslöser ist ein Vulkan, der komplett unter der Wasseroberfläche liegt und dessen Rumpf mehrere Kilometer in die Tiefe reicht. Auf einem aktuellen Satellitenbild der US-Weltraumbehörde Nasa sind drei der Beben am 18. Dezember verzeichnet - doch die Erdstoßrate hat zuletzt deutlich abgenommen.

Der Unterwasservulkan hatte sich seit Sommer in Rage gebrodelt. Im Oktober begann er, Magma ins Meer zu speien und arbeitete sich so in Richtung Wasseroberfläche. Bald schossen auch 20 Meter hohe Fontänen und Steine aus dem Meer. "Das Monster steigt aus dem Wasser", titelte die spanische Zeitung "La Provincia". Die Lava bildete einen Berg unter dem Meer. Zuletzt stand die glühende Masse nur 70 Meter unter der Oberfläche - und nährte die Hoffnung, dass sich bald eine neue Insel aus dem Meer erheben könnte. Auf die gleiche Weise sind einst die Kanaren selbst entstanden.

Doch nun, wenige Wochen nach dem stetigen Emporstieg, macht das Unterwassermonster anscheinend eine Pause. Die Rate der Erdstöße ist in den vergangenen Wochen deutlich gesunken. Tankt der hitzige Unterwasserberg nur Kraft, oder gibt er kurz vor der Wasseroberfläche auf?

Es könnte eine reguläre Schwankung sein, glauben Vulkanologen. Vielleicht beruhigt sich der Vulkan aber tatsächlich, denn auch die Menge Kohlendioxid in der Luft sei zurückgegangen. Nach Meinung des Geologie-Bloggers Erik Klimett ist das ein Zeichen dafür, dass El Hierro nicht mehr so viel Magma ausspuckt.

Für manchen ist das ein Grund zum Aufatmen. Denn mit dem emporsteigenden Meeresvulkan wuchs nicht nur die Hoffnung auf Neuland, sondern auch die Angst vor einer folgenschweren Eruption. So wurde das in der Nähe liegende Küstendorf La Restinga Anfang Oktober bereits evakuiert. Zu groß schien die Gefahr, dass bald Lavaflüsse entstünden und Steine vom Himmel hagelten. Viele der Menschen sind inzwischen zurückgekehrt. Die restlichen könnten bald nachkommen - wenn der Vulkan tatsächlich Ruhe gibt.

jha
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