Satellitenbild der Woche Eiscreme zwischen den Kontinenten

Die Beringstraße fungiert als Nadelöhr zwischen Pazifik und Polarmeer. In den vergangenen Wochen quetschten Nordwinde Packeis durch die Passage. Dadurch bildete sich eine imposante Wolkenwelt.

Nasa

Eisschollen füllen die Beringstraße, die Meerenge zwischen Alaska und Russland. Wolken lassen die cremig-weiße Eisbedeckung hügelig erscheinen. Nordwind hat die Schollen durch die 85 Kilometer enge Passage getrieben.

Die imposante Wolken-Straße hat sich über eisfreien Arealen gebildet. Über dem Meer, das relativ warm ist, steigt die Luft auf. Sie kühlt in größeren Höhen ab, kondensiert und formt Wolken. Der Nordwind treibt die Luft gen Süden über das Eis, wo sie absinkt - die Wolken lösen sich auf. Es entsteht ein feines Muster wolkenloser und wolkiger Gebiete, das der Wind nach Süden weht.

Das Bild funkte der Nasa-Satellit Terra am 16. Januar zur Erde. Seine Sonde Modis erfasst in einem Breiten Spektrum elektromagnetische Strahlung.

Die Beringstraße gilt als Schaltstelle des Weltklimas; Pazifikwasser fließt dort in den Arktischen Ozean. Seine Temperatur und Menge entscheidet wesentlich, wieviel Meereis sich in der Arktis bildet. Die Eisbedeckung der Arktis wiederum beeinflusst die globalen Temperaturen.

Während der letzten Eiszeit soll die Beringstraße sogar maßgeblich das Weltklima bestimmt haben: Das rhythmische Öffnen und Schließen der Passage habe extreme Klimaschwankungen ausgelöst.

boj

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