Satellitenbild der Woche Eisiger Vorposten Europas in Nordkanada

Nahe dem Nordpol zwängt sich der Smith Sound zwischen Landzungen hindurch. Im Osten ragt ein Küstenzipfel Grönlands in die Meerenge, von Westen die kanadische Ellesmere-Insel - geologisch ist sie Teil Europas.

Eine Meerenge trennt Grönland und die Ellesmere-Insel im Norden Kanadas
ESA

Eine Meerenge trennt Grönland und die Ellesmere-Insel im Norden Kanadas


Durch den 88 Kilometer langen Smith Sound fließt Wasser vom Nordatlantik in den Arktischen Ozean. Treibende Eisschollen zeugen vom Kalben des größten Gletschers der Welt, der sich hier an Grönlands Küste bis ans Wasser erstreckt.

Die Radaraufnahmen des Satelliten Envisat der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa zeigen die polare Landschaft in sogenannten Falschfarben: Die Radarwellen tasten den Boden ab; den Wellenlängen werden unterschiedliche Farben zugeordnet.

Die Felsküsten gehören zu geologisch bedeutenden Orten: Grönland, die größte Insel der Erde, gilt als Welt-Klimaküche: Seine Gletschermasse entscheidet wesentlich über die Höhe des Meeresspiegels und darüber, ob Eiszeit oder Warmzeit herrscht.

Die Ellesmere-Insel - politisch zwar Kanada angegliedert - ist geologisch Teil Europas: Vor rund 50 Millionen Jahren spalteten tektonische Kräfte die Erdkruste und schickten Nordamerika und Europa auf getrennte Reisen. Den dabei entstandenen Graben füllt heute der Nordatlantik. Ellesmere jedoch liegt überraschenderweise diesseits des geologischen Risses auf der Seite Europas, haben Wissenschaftler der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe BGR jüngst herausgefunden.

boj



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