Satellitenbild der Woche Himmelsauge blickt auf Thailands Fluten

Heftiger Monsunregen hat in Thailand zu starken Überschwemmungen geführt. Ein aktuelles Satellitenbild zeigt die Situation nördlich von Bangkok: Große Gebiete sind überflutet, ein Flughafen gesperrt.

Nordrand von Bangkok: Entlang des Chao Phraya sind größere Flächen überschwemmt
NASA/ GSFC/ METI/ ERSDAC/ JAROS

Nordrand von Bangkok: Entlang des Chao Phraya sind größere Flächen überschwemmt


Bangkok/Hamburg - Thailand kämpft mit den schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren. Die durch ungewöhnlich heftigen Monsunregen ausgelöste Flut hat seit Ende Juli mehr als 440 Menschen das Leben gekostet; Experten machen zudem veraltete Abwassersysteme für die Katastrophe verantwortlich. Hunderttausende mussten aus ihren Häusern fliehen, der Schaden geht in die Milliardenhöhe.

Die Wassermassen haben sich am Freitag bis an den Rand des Stadtzentrums von Bangkok ausgedehnt. U-Bahnstationen drohten überschwemmt zu werden, teilte ein Sprecher der Verkehrsbetriebe mit.

Eine Aufnahme des "Advanced Thermal Emission and Reflection Radiometer" ("Aster") zeigt deutlich, dass größere Gebiete entlang des Chao Phraya unter Wasser stehen. "Aster" befindet sich an Bord des in rund 700 Kilometern Höhe kreisenden Nasa-Satelliten "Terra". Das Bild vom 1. November zeigt ein etwa 1330 Quadratkilometer großes Gebiet im Norden der Stadt.

In der unteren Bildmitte (bitte auf die Großansicht klicken) ist ein gutes Stück östlich des Flusses der Don-Muang-Flughafen zu sehen, der wegen des Hochwassers ebenfalls geschlossen wurde. Felder und Wälder sind in der Falschfarbendarstellung rot, überschwemmte Flächen dagegen blau, grau oder schwarz. Zu beiden Seiten des Flusses stehen Gebiete unter Wasser.

Sorge vor Krankheiten

Das in Japan gebaute Instrument "Aster" registriert sowohl sichtbares Licht als auch thermische Infrarotstrahlung. Daher lässt sich aus den Aufnahmen die Oberflächentemperatur eines Gebietes ermitteln, wie stark es Licht reflektiert und wie hoch es liegt.

Ein Fünftel des Stadtgebiets von Bangkok wurde bereits überflutet. Da im Hochwasser Müll, Tierkadaver und Industrieabfälle schwimmen, wuchs die Sorge vor Krankheiten in der dicht bevölkerten Metropole mit zwölf Millionen Einwohnern.

Die Behörden ordneten die Evakuierung von acht der 50 Bezirke Bangkoks sowie von Teilen weiterer Stadtviertel an. Betroffen sind davon rund 1,7 Millionen Einwohner und damit weit mehr, als die staatlichen Notunterkünfte aufnehmen können.

wbr/AFP



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