Satellitenbild der Woche In der Karibik klafft ein Loch

Es ist ein seltenes geologisches Phänomen - und die Kulisse für faszinierende Tauchgänge: das "Große Blaue Loch" in der Karibik. Ein aktuelles Satellitenbild lässt das gewaltige Ausmaß der runden Öffnung mitten in einem Korallenriff erahnen.


Korallenriffe bieten nicht nur aus nächste Nähe, sondern auch aus dem All einen atemberaubenden Anblick. Das sogenannte Leuchtturm-Riff, das zum lateinamerikanischen Land Belize gehört, macht da keine Ausnahme: türkis leuchtendes Flachwasser über den Korallen, umgeben vom tiefen Blau des Ozeans.

Etwas aber ist anders am Leuchtturm-Riff: Mitten in dem Atoll klafft ein gigantisches Loch. Dank eines Durchmessers von 300 Metern und einer Tiefe von 125 Metern ist es auch als "Great Blue Hole" bekannt. Auf einem aktuellen Bild des Nasa-Satelliten "Earth Observing-1" ist es gut zu erkennen, zumal sein Schlund von einem Ring erhöhter Korallen umgeben ist, die teilweise sogar aus dem Wasser herausragen.

Wie die ebenfalls im Bild zu erkennenden Ausflugsboote beweisen, ist die seltene geologische Struktur bei Tauchern besonders beliebt, denn die bekommen in dem Loch einiges zu sehen. Abgesehen vom prallen Leben, das an Korallenriffen anzutreffen ist, finden sich in dem Loch auch Spuren seiner Vergangenheit auf dem Trockenen.

Zu einer Zeit, als die Erde kälter war als heute, war auch mehr Wasser in Gletschern gebunden - und der Meeresspiegel entsprechend niedriger. Das "Great Blue Hole" war damals eine Tropfsteinhöhle, deren Stalaktiten und Stalagmiten noch heute unter Wasser zu sehen sind. Das "Große Blaue Loch" gilt als das größte seiner Art und wurde von der Unesco zum Welterbe erklärt.

mbe



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