Satellitenbild der Woche "Irene" verschlammt New York

Es ist der Abschiedsgruß von Wirbelsturm "Irene": Im Hafen von New York schwappt ein gewaltiger Schlammteppich. Regenfluten haben so viel Erde ins Meer gespült wie sonst in Jahren - auch bedrohliche Substanzen könnten so ins Wasser gelangt sein.

Hafen von New York: Dreck aus dem Hinterland
NASA/ USGS

Hafen von New York: Dreck aus dem Hinterland


Hamburg - New York war auf das Schlimmste vorbereitet. Hunderttausende Bewohner waren wegen des nahenden Hurrikans "Irene" gezwungen, ihre Wohnungen zu verlassen, sie brachten sich aus Angst vor Sturmfluten in höher gelegene Gebiete in Sicherheit. Auf seinem Weg Richtung Norden hat der Hurrikan mehr als 50 Menschen das Leben gekostet.

Doch New York kam glimpflich davon. Tage nach dem Sturm künden noch umgestürzte Bäume von der Naturgewalt - und ein gewaltiger Schlammteppich, der im Hafen treibt: Die Regenmassen haben Flüsse anschwellen lassen, die Erde und Dreck mitrissen.

Wie das Foto des Nasa-Satelliten "Landsat" zeigt, hat der Hudson seine Schlammfracht bis vor Manhattan gespült - sie bedeckt einen Großteil des Hafens. Der Hudson könnte mehr Sediment ins Meer geschwemmt haben als sonst in mehreren Jahren, meint der Ozeanograf David Ralston von der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts, USA. "Der Sedimenteintrag durch 'Irene' ist massiv", sagt Ralston.

Nebenflüsse sind sogar noch stärker verdreckt als der Hudson: Der Passaic River in New Jersey etwa scheint mehr Schlamm als Wasser zu führen - wie seine tiefbraune Farbe beweist (links im Bild). Anhand der Farbe und der Reflektion des Wassers schließen Experten auf die Art und die Menge des Sediments und darauf, in welcher Wasserhöhe es treibt. Forscher fürchten, dass auch chemische Pflanzendünger wie Pestizide und Bakterien in großen Mengen ins Meer gelangt sein könnten. Fachleute des Geologischen Dienstes der USA (USGS) untersuchen deshalb nun Wasserproben auf eine mögliche Gesundheitsgefahr.

Der Schlamm wird sich langsam verteilen und absinken, doch auf dem Wasser im Hafen von New York dürfte ein Teppich treiben - jedoch in anderer Farbe: Die vielen Nährstoffe, die mit den Fluten ins Meer gelangten, werden voraussichtlich eine starke Planktonblüte auslösen, meinen Experten des USGS. Das braune Wasser würde grün. Erst wenn das Plankton verblüht ist, glitzert das Meer vor New York wieder in Dunkelblau wie vor dem Sturm "Irene".

boj

insgesamt 4 Beiträge
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monika8 03.09.2011
1. wie gehts weiter?
"Der Schlamm wird sich langsam verteilen und absinken" und dann, wenn der sich abgesenkt hat? was passiert dann? mensch spannt uns doch nicht so auf die folter!
ralfbb 03.09.2011
2. "auch bedrohliche Substanzen könnten so ins Wasser gelangt sein."
davon ist mit sicherheit auszugehen. wer weiss wieviel plastik der regen ist meer gespuelt hat. eine schade ist das! aber so ist das mit der generation plastik :(
Abaylyi 03.09.2011
3. Oh mein Gott...
...hoffentlich sind nicht auch noch böse "Gene" ins Wasser gelangt! :) Mal ehrlich, dass sich nach starken Regenfällen Bakterien, Plankton und Algen aufgrund des vielen eingeschwemmten Schlamms und der hohen Nährstoffmengen prächtig entwickeln ist ganz normal. Ist das Sommerloch nicht allmählich vorbei...
Hador, 03.09.2011
4.
Zitat von sysopEs*ist*der Abschiedsgruß*von Wirbelsturm "Irene": Im Hafen von New York schwappt ein gewaltiger Schlammteppich.*Regenfluten haben so viel Erde*ins Meer*gespült wie sonst in Jahren - auch bedrohliche Substanzen könnten so ins Wasser gelangt sein. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,784109,00.html
Naja....bedrohliche Susbstanzen gibts im Hafenbecken von New York auch ohne Irene schon genug. Das Wasser ist ja noch halbwegs sauber (zumindest für einen Hafen dieser Größe) aber der Schlamm am Boden ist voll mit den Chemie- und Industrieabfällen der letzten paar hundert Jahre und bis vor ein paar Jahren wurde auch der Hausmüll noch regelmäßig per Schiff ins Meer gekippt. Insofern braucht man sich um Pestizide und ähnliches jetzt wohl kaum größere Sorgen zu machen...
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