Satellitenbild der Woche Leben wie Gott im Sechseck

L'Hexagone, das Sechseck - so wird Frankreich aufgrund seiner geographischen Form auch genannt. Nur 33 Kilometer trennen es von England. Den Bewohnern der Bretagne hört man heute noch an, dass die Bretagne einmal von Einwanderern aus England besiedelt wurde.


L'Hexagone - das Sechseck. In Frankreich ist das ein gängiger Begriff für das eigene Land, das tatsächlich die Form eines Hexagons hat.

Bretagne: Nordwestlichster Zipfel des Sechsecks. Das Satellitenfoto zeigt auch ein Stück Englands (Bild anklicken)
ESA

Bretagne: Nordwestlichster Zipfel des Sechsecks. Das Satellitenfoto zeigt auch ein Stück Englands (Bild anklicken)

Eingegrenzt wird das Sechseck durch den Atlantik (Westen), das Mittelmeer (Südosten), die Pyrenäen (Süden), die Alpen und die Länder Deutschland (Osten), Belgien und Luxemburg (Nordosten) sowie den Ärmelkanal (Nordwesten).

Auf diesem Bild des Esa-Satelliten "Envisat" vom 11. Februar 2008 ist der nordwestlichste Zipfel des Sechsecks zu sehen: die Bretagne, eine Region mit sehr steilen Felsküsten. Seit der Steinzeit leben hier Menschen.

Nach England ist es nicht so weit: Der Ärmelkanal, an seiner schmalsten Stelle nur etwa 33 Kilometer breit, trennt das Sechseck von der großen Insel. In der Großversion des Bildes ist England noch in der linken oberen Ecke zu sehen (Foto anklicken).

Der Ärmelkanal war nicht immer ein feuchter Graben zwischen den beiden Ländern. Wissenschaftler glauben, dass eine gigantische Flutwelle vor 450.000 Jahren England vom europäischen Festland abtrennte und zur Insel machte.

Aufgrund der geographischen Nähe wanderten Menschen von den britischen Inseln in die Bretagne ein. Das zeigt sich in der Sprache: Das in der Bretagne gesprochene Bretonisch ist mit dem Walisischen verwandt.

Im Osten grenzt die Bretagne an die Normandie. In den Gewässern des Ärmelkanals zwischen Normandie und Bretagne liegen die Kanalinseln Jersey und Guernsey. Sie gehören weder zu Frankreich noch zu England und haben den Sonderstatus "dependencies of the British crown". Sie sind also Direktbesitz der britischen Krone. Die etwa 160.000 Kanalinsel-Bewohner verwalten sich aber selbst.

lub



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