Satellitenbild der Woche Neuseeland-Beben schüttelt Gletscher kaputt

Der Tasman-Gletscher ist der größte Gletscher Neuseelands. Das starke Erdbeben Ende Februar hat ihm schwer zugesetzt: Eine 1200 Meter lange Eiszunge mit der Masse von fünf Cheops-Pyramiden krachte in einen See, Touristen berichten über das Spektakel. Ein Satellitenbild zeigt die Folgen.

Bruchstücke des Tasman-Gletschers: Aus der Distanz wirken sie wie kleine Salzkristalle
NASA/ Jesse Allen

Bruchstücke des Tasman-Gletschers: Aus der Distanz wirken sie wie kleine Salzkristalle


Das verheerende Erdbeben in Neuseeland am 22. Februar hat nicht nur die Stadt Christchurch schwer getroffen, wo mindestens 154 Menschen starben. Das Beben der Stärke 6,3 hat auch den größten Gletscher des Landes beschädigt: Nach Angaben der Nasa schüttelte es 30 Millionen Tonnen Eis vom Tasman-Gletscher in den gleichnamigen See, rund 200 Kilometer westlich von Christchurch. Die Masse entspricht der von fünf Cheops-Pyramiden.

Eine 1200 Meter lange und 75 Meter breite Eiszunge sei abgerutscht und in den See geplumpst, dreieinhalb Meter hohe Wellen wogten an die Ufer, berichten Augenzeugen. "Wir hörten ein Krachen wie von einem Riesengewehr", sagte ein amerikanischer Tourist gegenüber lokalen Medien. Ein Bild des Nasa-Satelliten "Terra" zeigt die Trümmer des Gletschers; aus der Distanz wirken sie wie kleine Salzkristalle. Ein Großteil des Eises liegt unter Wasser, nur die Spitzen ragen hervor.

Das Satellitenbild zeigt die Landschaft in falschen Farben. Der "Aster"-Sensor an Bord des "Terra"-Satelliten zeichnet eine große Bandbreite elektromagnetischer Strahlung auf, noch weit jenseits des sichtbaren Lichts: Vegetation erscheint rot, Gletscher braun, Neuschnee weiß und Wasser silber.

Die mächtigen Zungen der See-Gletscher

Das Beben habe das Abbrechen der Eiszunge beschleunigt, kollabiert wäre sie ohnehin in den nächsten Jahren - wenn auch wohl scheibchenweise, sagte ein Wächter des Nationalparks der Nachrichtenagentur Reuters. Starke Regenfälle in den vergangenen Monaten haben dem Tasman und den anderen Gletschern der neuseeländischen Südalpen zugesetzt: Das Wasser drang in Eisritzen, es beschleunigte das Tauen des Gletschers, seine Zunge wurde instabil. Deshalb wurden Touristen in letzter Zeit ferngehalten.

Ein weiterer Umstand machte den Kollaps des mächtigen Eisstücks möglich: Von Gletschern, die in einen See münden, fallen oft größere Stücke ab als von Gletschern, die ins Meer ragen. Wilde Meeresbrandung dringt weiter vor, sie taut das Eis bis in die Ritzen, so dass es stetig bröselt. See-Gletscher hingegen sind meist weniger brüchig, sie rutschen gewöhnlich in größeren Paketen ab - so wie jetzt der Tasman-Gletscher.

Der Tasman-Gletscher ist seit langem auf dem Rückzug: Die Erwärmung der vergangenen Jahrzehnte hat die Eispanzer in den Südalpen Neuseelands von 1976 bis 2007 um gut ein Zehntel schrumpfen lassen.

boj



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butter_milch 04.03.2011
1. ...
"...mit der Masse von fünf Cheops-Pyramiden..." Wie gut, dass ich mir vorstellen kann wieviel die Cheops-Pyramide wiegt...
Frau von heute, 04.03.2011
2. Na...
Zitat von butter_milch"...mit der Masse von fünf Cheops-Pyramiden..." Wie gut, dass ich mir vorstellen kann wieviel die Cheops-Pyramide wiegt...
...jetzt bin ich aber beeindruckt :-) Ich wäre höchstens auf "verdammt viel" gekommen... Scherz beiseite, Masse hin, Masse her, gut, daß HIERBEI nur ein Gletscher zu Schaden kam
Löber 05.03.2011
3. Satellitenbild der Woche: Neuseeland-Beben schüttelt Gletscher kaputt.
Zitat von sysopDer Tasman-Gletscher ist der größte Gletscher Neuseelands. Das starke Erdbeben Ende Februar hat ihm schwer zugesetzt:*Eine 1200 Meter lange Eiszunge mit der*Masse von fünf Cheops-Pyramiden krachte in einen See, Touristen berichten über das Spektakel. Ein Satellitenbild zeigt die Folgen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,749021,00.html
Sie schreiben: Das Satellitenbild zeigt die Landschaft in falschen Farben. Der "Aster"-Sensor an Bord des "Terra"-Satelliten zeichnet eine große Bandbreite elektromagnetischer Strahlung auf, noch weit jenseits des sichtbaren Lichts: Vegetation erscheint rot, Gletscher braun, Neuschnee weiß und Wasser silber. Kann man die Farben nicht in reelle Farben umwandeln? Mit den heutigen Techniken sollte das doch möglich sein.
itstk 05.03.2011
4. Kein Wunder...
Zitat von butter_milch"...mit der Masse von fünf Cheops-Pyramiden..." Wie gut, dass ich mir vorstellen kann wieviel die Cheops-Pyramide wiegt...
...daß wir von kleinkriminellem Pack regiert werden, wenn das global vernetzte deutsche Wahlvieh selbst zum Googeln zu faul ist! Wikipedia, gleich der erste Satz! Waren keine zwei Minuten Aufwand. Nächstes Mal SELBER SUCHEN!
triple-x 05.03.2011
5. Vollstein- oder Hohlraumpyramide?
Zitat von itstk...daß wir von kleinkriminellem Pack regiert werden, wenn das global vernetzte deutsche Wahlvieh selbst zum Googeln zu faul ist! Wikipedia, gleich der erste Satz! Waren keine zwei Minuten Aufwand. Nächstes Mal SELBER SUCHEN!
Stellt sich nur die Frage: Volumen mit oder ohne Abzug der Hohlräume? Eine "Vollsteinpyramide" wiegt im Zweifel doch mehr als eine "Hohlraumpyramide". Will ja nicht kleinkariert sein, aber etwas genauer sollte man schon sein - auch in Wikipedia!
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