Satellitenbild der Woche Texas liegt auf dem Trockenen

Riesige Brände, schlechte Ernte: Die Texaner hatten 2011 mit einer schweren Dürre zu kämpfen. Eine Karte offenbart jetzt den Grundwasserspiegel in dem US-Bundesstaat. Die Daten stammen von zwei Satelliten, die Amerikaner und Deutsche zusammen ins All geschossen haben.

US-Karte: Rot gefärbt sind Bereiche mit niedrigem Grundwasserpegel
NASA

US-Karte: Rot gefärbt sind Bereiche mit niedrigem Grundwasserpegel


Texas hatte in diesem Jahr mit ungewöhnlich vielen und heftigen Bränden zu kämpfen. Von Mitte November 2010 bis Mitte Oktober 2011 brannte es auf mehr als 16.000 Quadratkilometern, berichtet der Texas Forest Service. Die Fläche entspricht der von Thüringen.

Eine lang anhaltende Dürre in diesem Jahr hat nicht nur die großflächigen Feuer begünstigt, sondern den texanischen Landwirten auch schlechte Ernten beschert. Der Grundwasserspiegel in dem US-Bundesstaat ist nach Angaben der US-Weltraumbehörde Nasa so tief wie seit mehr als 63 Jahren nicht mehr.

Eine von der Nasa veröffentlichte Karte zeigt den Grundwasserpegel in den USA Ende November im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt von 1948 bis 2011. Blaue Bereiche deuten auf einen höheren Grundwasserspiegel, rote auf einen niedrigeren. Texas, im mittleren Süden gelegen, zeigt sich als größter roter Fleck.

Deutsch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt

Um die Karte zu erstellen, nutzen Forscher zum einen meteorologische Daten, wie Niederschlagsmenge, Temperatur und Sonneneinstrahlung. Ergänzt werden diese durch Informationen der zwei "Grace"-Satelliten, die seit 2002 um die Erde kreisen. In dem deutsch-amerikanischen Gemeinschaftsprojekt wird das Schwerefeld der Erde vermessen - auch wenn dies der Satellit "Goce" der europäischen Weltraumagentur Esa inzwischen mit noch größerer Präzision erledigt. Die in rund 220 Kilometern Höhe fliegenden "Grace"-Satelliten "Tom" und "Jerry" registrieren kleine Veränderungen, die auf der Umverteilung von Wasser auf oder unter der Erdoberfläche beruhen.

Ende November war demnach der Grundwasserpegel in einem großen Teil von Texas sowie in Teilen von New Mexico, Louisiana, Alabama und Georgia sehr niedrig. "Bis sich das Grundwasser in Texas wieder erholt hat, werden Monate vergehen", sagte Nasa-Forscher Matt Rodell. In vielen anderen US-Bundesstaaten ist die keineswegs angespannt, so zeigt die Karte etwa im Nordosten einen überdurchschnittlich hohen Grundwasserpegel.

wbr

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