Satellitenbild der Woche Vergängliche Pracht

Noch sind große Teile der arktischen Meeresgebiete von Eis bedeckt, doch auch dieser Sommer dürfte eine große Schmelze bringen - möglicherweise mit dem vierten Negativrekord in Folge. Höchste Zeit, sich am Eis zu erfreuen - solange noch welches da ist.


Berlin - In wenigen Wochen wird das große Bangen wieder losgehen. Dann werden sich die Blicke der Welt auf die Arktis richten. Es geht um die Frage, ob die Rekord-Eisschmelze des vergangenen Sommers in diesem Jahr noch einmal übertroffen wird. Damals hatte es gerade einmal noch drei Millionen Quadratkilometer arktisches Meereis gegeben. Das war der mit Abstand niedrigste Wert seit Start der Satellitenmessungen vor knapp 30 Jahren.

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ESA

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Es war bereits der dritte desaströse Sommer in Folge für die weiße Pracht. Schon in den Jahren 2005 und 2006 hatten die Forscher Minimalstände vermelden müssen. Doch die große Schmelze vom vergangenen Sommer setzte dem ganzen die Krone auf. Während die Meereisfläche in den vergangenen zehn Sommern statistisch gesehen um 100.000 Quadratkilometer pro Jahr abgenommen hatte, waren es nun auf einen Schlag eine Million gewesen.

Für diesen Sommer erwarten Meereisexperten auch nur wenig bis gar keine Entspannung der Lage. In einem Wissenschaftsblog der "New York Times" ist zu lesen, dass von 14 befragten Wissenschaftlerteams immerhin 11 ein Erreichen oder Unterschreiten der Werte des vergangenen Sommers prognostizieren. Nur drei gehen von einem etwas weniger dramatischen Schmelzen aus. Das liegt zuletzt daran, dass vor allem der Anteil mehrjährigen Eises stetig zurückgeht. Was bleibt ist einjähriges Eis, das in den Sommern besonders gefährdet ist.

Noch allerdings sind weite Teile der arktischen Meeresflächen von Eis bedeckt, wie der Bereich der Grönlandsee vor der ostgrönländischen Küste, der im Bild zu sehen ist. Das Bild vom Randbereich des arktischen Meereises, der sogenannten marginal ice zone (MIZ), stammt vom Esa-Satelliten "Envisat". Links ist die Abbruchkante des Eises zu sehen; in der Mitte die von Meeresströmungen durcheinandergeworfenen Schollen. Rechts schiebt sich eine Wolkenbank ins Bild.

chs



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