Satellitenbild der Woche Welt in Flammen

Die Feuer in Russland sind keine Ausnahme: Weltweit lodern Zigtausende Buschbrände. Die meisten brennen jedoch in der Wildnis, wie ein aktuelles Satellitenbild zeigt. Paradoxerweise legt Regen die Grundlage für die Feuer.
Nasa-Bild: Je dichter das Rot, desto mehr Feuer lodern. Gelb steht für die meisten Brände.

Nasa-Bild: Je dichter das Rot, desto mehr Feuer lodern. Gelb steht für die meisten Brände.

Foto: DPA / NASA / GSFC / MODIS Rapid Response

In Russland wüten heftige Brände. Moskau verschwand in den letzten Tagen zeitweise unter dichtem Rauch mit schädlichen Gasen. Riesige Getreidemengen sind bereits verbrannt. Doch auch andernorts stehen weite Landstriche in Flammen, wie ein aktuelles Satellitenbild der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigt. Allerdings: Während die zeitweise mehr als 26.000 Feuer in Russland zahlreiche Städte bedrohen, lodern weltweit die meisten anderen Brände abseits von Siedlungen.

Die globale Feuer-Karte der Nasa basiert auf Daten der Satelliten "Aqua" und "Terra", die kontinuierlich ausgewertet werden. Deren Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (Modis) erfasst in einem breiten Spektrum elektromagnetische Strahlung. Die aktuelle Auswertung stammt aus den Messungen von zehn Tagen Ende Juli. Je dichter die rote Farbe auf der Karte (siehe oben), desto mehr Feuer brennen. Gelb steht für Regionen mit den meisten Bränden.

Das Satellitenbild zeigt, dass Buschfeuer weit verbreitet sind. Besonders stark betroffen sind derzeit die Mitte Südamerikas und die Subtropen im Süden Afrikas. Das ist kein Zufall, denn diese Regionen zeichnen sich nicht nur durch Trockenheit aus. Besonders vorhergehende Feuchtigkeit macht sie leicht entzündbar: Während der Regenzeit düngen gewaltige Mengen Regenwasser die Vegetation, die üppig gedeiht. Während der Trockenheit brennt das dichte Gestrüpp dann wie Zunder.

Viele Landschaften benötigen die Feuer: Samen keimen erst nach einem Brand, so dass Nährstoffe freigesetzt werden. Die Flammen lichten den Wald, was vielen Pflanzen das Wachstum ermöglicht. Doch da sich die Menschen immer weiter ausbreiten, geraten zunehmend Siedlungen in Gefahr.

Um Waldbrände nicht zur Katastrophe werden zu lassen, müssen sie rechtzeitig eingedämmt werden. Die Nasa betreibt ein Frühwarnsystem: Aus Wetterdaten und Kenntnissen über den Zustand der Vegetation wird ein Gefahrenindex erstellt. Mit Satelliten sollen Feuer rasch aufgespürt werden. Ihre Bekämpfung bleibt dennoch problematisch - wie die Russen derzeit zu spüren bekommen.

boj
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