Satellitendaten Schildkröten queren Atlantik

7500 Kilometer übers Meer: Die Lederschildkröte legt auf Nahrungssuche lange Strecken zurück. Das zeigen Sender, mit denen Forscher die Tiere gespickt haben. Die Reptilien haben demnach drei Ziele.
Lederschildkröten (Dermochelys coriacea): Fernreisen auf dem Ozean

Lederschildkröten (Dermochelys coriacea): Fernreisen auf dem Ozean

Foto: NMFS Southwest Fisheries Science

Paris - Biologen haben Tausende Kilometer lange Reisen von Lederschildkröten durch den Atlantik aufgezeichnet. Die Forscher der südenglischen Universität Exeter hatten kleine Satellitenempfänger an 25 weiblichen Lederschildkröten befestigt. Sie fanden die Tiere in ihren Brutgebieten im westafrikanischen Gabun. So konnten die Forscher fünf Jahre die Migrationsrouten der größten lebenden Schildkrötenart verfolgen.

Die Daten zeigen: Lederschildkröten nehmen auf der Suche nach Nahrung drei Routen. Eine führt in ein kreisförmiges Gebiet im Zentrum des Atlantiks zwischen Afrika und Brasilien. Die zweite Strecke geht nach Süden jenseits des Kaps der Guten Hoffnung. Eine dritte Route führt geradewegs über den Atlantik bis an die südamerikanischen Küste - eine Reise von mehr als 7560 Kilometern.

Warum die Tiere sich für welche Route entscheiden, sei unklar, schreiben die Forscher um Matthew Witt jetzt im Wissenschaftsblatt "Proceedings of the Royal Society B". 

Lederschildkröten sind stattliche Tiere: Sie werden länger als 2,50 Meter und schwerer als 700 Kilogramm. Sie leben vor allem in den Tropen, aber auch im Südatlantik. Doch ihr Bestand schwindet rapide. Als Ursache vermuten Umweltverbände vor allem die Fischerei.

Auch andere Tiere legen weite Strecken übers Meer zurück - teils auf erstaunliche Weise, wie Wissenschaftler in jüngster Zeit herausfanden: Manche Kleintiere reisen mit Vögeln in neue Welten, andere schippern auf Flößen,Spinnen fliegen an Fäden übers Meer. Schnecken, Muscheln und Asseln surfen auf Algenmatten über den Pazifik.

boj/AFP
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