Sauriersterben Radarbild zeigt Krater des Killer-Asteroiden

Die Spuren des Himmelskörpers, der vermutlich den Dinosauriern den Garaus machte, sind auch heute noch zu erkennen. Von der Nasa veröffentlichte Radardaten enthüllen die Reste eines gigantischen Kraters.


Radarbild der Yucatan-Halbinsel mit Chicxulub-Krater: Kosmischer Massenmörder
NASA/ JPL

Radarbild der Yucatan-Halbinsel mit Chicxulub-Krater: Kosmischer Massenmörder

Vor 65 Millionen Jahren ereilte die Saurier, bis dahin die unbestrittenen Herrscher des Planeten, ihr Schicksal. Der Täter war, wie mittlerweile viele Forscher glauben, ein gewaltiger Asteroid oder Komet, der zu dieser Zeit auf die Erde prallte. Der Verdacht hat sich erhärtet, seit vor einigen Jahren ein Indiz auftauchte, das auf den kosmischen Massenmörder verwies: der Chicxulub-Krater.

Der Einschlagkrater auf der mexikanischen Yucatan-Halbinsel, dessen Existenz erst in den neunziger Jahren durch Messungen zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, ist bedeckt von mehr als tausend Meter dicken Sedimenten - die 900 Meter tiefe und 180 Kilometer breite Narbe ist daher auf Satellitenbildern nur zu erahnen. Jetzt allerdings hat die Nasa eine Radarkarte vorgelegt, die den Krater bislang am deutlichsten zeigt.

Die Daten stammen von der "Shuttle Radar Topography Mission", an der im Februar 2000 auch der deutsche Astronaut Gerhard Thiele teilnahm. Wie präzise dabei vom Space Shuttle "Endeavour" aus die Erde vermessen wurde, stellt die neue, von der US-Raumfahrtbehörde veröffentlichte Karte von Nord- und Mittelamerika unter Beweis - und besonders die 3D-Ansicht der Yucatan-Halbinsel.

Im Nordwesten des Landzipfels ist schwach, aber eindeutig die untere Hälfte einer dunklen Ringstruktur zu erkennen, die halb so breit ist wie die Halbinsel selbst. Die obere Hälfte liegt im Golf von Mexiko. Die halbkreisförmige Linie ist ein bis zu fünf Meter tiefer und fünf Kilometer breiter Graben, der den eingesackten Außenrand des Kraters markiert. Direkt daneben liegen einige dunkelgrüne Punkte: Diese Senken entstanden nach dem Aufprall durch den Einsturz von Höhlen.

Wenngleich der kosmische Ursprung des Chicxulub-Kraters inzwischen gesichert ist, bleiben noch viele Fragen offen. Die Forscher wissen bislang nicht, ob er von einem Asteroiden oder Kometen erzeugt wurde - klar ist nur, dass der Himmelskörper etwa zehn Kilometer groß gewesen sein muss. Zudem rätseln die Experten noch, auf welche Weise der Einschlag die Dinosaurier ausgerottet haben könnte: Möglicherweise, so eine Theorie, wirbelte er so viel Staub in die Atmosphäre, dass sich das Klima auf fatale Weise veränderte.



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