Satellitenbild der Woche Vulkan auf Eis

Im fernen Osten Russlands liegt eine der vulkanisch aktivsten Regionen der Erde. Fast 30 Feuerberge brechen dort von Zeit zu Zeit aus. Satellitenbilder zeigen eine Eruption bei sibirischer Kälte.

Schiwelutsch: Der Vulkan ist vor etwa 60.000 Jahren entstanden
NASA

Schiwelutsch: Der Vulkan ist vor etwa 60.000 Jahren entstanden


Acht Kilometer hoch war die Fontäne aus Gas und Asche, die der Vulkan Schiwelutsch auf Kamtschatka am 10. April in die kalte Luft Sibiriens schleuderte. Der Ausbruch dauerte nur eine halbe Stunde, doch die Rauchfahne war noch dreizehn Stunden zu sehen. Forscher beobachteten das Naturschauspiel aus dem All und konnten auch Tage danach noch Spuren finden.

Über eine Strecke von 220 Kilometern dokumentierten sie nach dem Ausbruch Asche im Schnee. Diese hatte sich entlang der Rauchfahne in südlicher Richtung vom Vulkan abgesetzt. Die Erdbeobachtungssatelliten "Landsat 8" und "Aqua" der amerikanischen Weltraumbehörde Nasa machten am 19. April Aufnahmen des Vulkans.

Das Bild von "Landsat 8" oben zeigt noch etwas Rauch über dem Feuerberg. Auf dem Bild des "Aqua"-Satelliten unten ist die kilometerlange Aschespur im Schnee zu sehen. Der Anblick dürfte jedoch nicht allzu lange erhalten geblieben sein: Gewöhnlich verdeckt Neuschnee nach einiger Zeit die Muster oder der Schnee taut.

Ausnahme des "Aqua-Satelliten": die kilometerlange Aschespur im Schnee
NASA

Ausnahme des "Aqua-Satelliten": die kilometerlange Aschespur im Schnee

Dass sich auf Kamtschatka Vulkanasche durch den Schnee zieht, ist nicht ungewöhnlich, berichtet die Nasa. Die Halbinsel im tiefen Osten Russlands gehört zu den vulkanisch aktivsten Regionen der Erde. 29 aktive Vulkane gibt es dort.

Beim Schiwelutsch handelt es sich um einen sogenannten Schichtvulkan. Deren Form erinnert typischerweise an einen spitz zulaufenden Kegel und entsteht, weil sich das im Vergleich zu anderen Vulkantypen zähflüssige Magma nah am Schlot auftürmt.

Die Vulkane auf Kamtschatka sind mitunter so abgelegen, dass Menschen kaum dorthin gelangen. Obwohl die Halbinsel etwas größer ist als Deutschland, leben dort nur etwa 350.000 Menschen, die meisten davon in der Stadt Petropawlowsk-Kamtschatski. Außerhalb des Zentrums der Region ist Infrastruktur rar.

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Satellitenbild der Woche: Schnappschüsse aus dem All

Es gibt nur wenige Straßen, einige Gegenden sind nur per Helikopter zu erreichen. Aus diesem Grund ist es schwierig, am Boden Sensoren zur Überwachung der zahlreichen Vulkane zu installieren und regelmäßig zu warten. Einen großen Teil dieser Aufgabe übernehmen daher Satelliten.

jme



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wago 29.04.2019
1. Vulkane auf Eis
Na ja, man sollte nicht alles glauben, was Journalisten schreiben - auch nicht von Wissenschaftsjournalisten. Keiner der Kantschatka-Vulkane liegt auf oder unter Eis. Einige, die seit Jahrzehnten oder gar seit Jahrhunderten nicht mehr ausgebrochen sind haben vielleicht kleine Gletscher. Alle andere werden halt im sibirischen Winter von Schnee bedeckt. Der Schiwelutsch ist übrigens seit Jahren aktiv. Solche Zusammenbrüche des Lavadoms finden fast regelmäßig statt. Absolut nichts Neues für Vulkanologen. Wohl aber für Spirgel-Journallisten
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