Musikprojekt zum Klimawandel So klingen singende Eisberge

Sind Eisberge musikalisch? Ja, wenn sie schmelzen. DJs wie Trentemøller haben aus den Sounds bewegende Songs gemacht, um auf den Klimawandel hinzuweisen. Hören Sie hier die traurigen Balladen der kalten Riesen.


Es klingt ein wenig wie Wimmern oder Jammern. Jedenfalls liegt es nahe, angesichts der Zukunft des Weltklimas eine gewisse Traurigkeit in die Geräusche zu interpretieren, die schmelzende Eisberge von sich geben.

Wie es sich anhört, wenn die kalten Riesen kleiner werden, das haben Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut dokumentiert und veröffentlicht.

Hören Sie hier den Klang der Eisberge:

Um auf den globalen Klimawandel und den weltweiten Temperaturanstieg aufmerksam zu machen, hat eine für Klimaentwicklung zuständigen Abteilung der Uno zusammen mit Künstlern aus diesen Geräuschen nun Musik produzieren lassen - die "Iceberg Songs".

An dem Projekt, das anlässlich der Uno-Klimakonferenz in Paris gestartet wurde, hat sich auch der bekannte dänische Elektro-DJ und Produzent Trentemøller und das Münchner House-Duo TSFNL beteiligt. Zudem sollen noch weitere Tracks freigeschaltet werden. Auf der Kampagnenseite wird die Musik visualisiert und kann vom Nutzer durch Mouseover verändert werden.

"Eisberge schmelzen natürlich auch ohne Klimaerwärmung, aber sie sind in den letzten Jahrzehnten lauter geworden. Ihre Geräusche erinnern heute mehr denn je an Laute verletzter Tiere", sagt Nick Nuttall von der UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC). Er hofft, mit dem Projekt die Perspektive auf den Klimawandel verändern zu können. Deshalb wird die gesamte Dauer, in der die "Iceberg Songs" angehört werden, erfasst. Nach dem Abschluss des Projekts sollen Politiker dieselbe Zeit in die Lösung des Klimaproblems stecken - wohl eher ein Wunsch mit symbolischem Charakter.

Die Geräusche der Forscher vom Alfred-Wegener-Institut wurden im antarktischen Weddellmeer von der Unterwasser-Horchstation Palaoa aufgenommen. Der Lausch-Außenposten in der Nähe der Neumayer-Station wird seit 2005 betrieben und erforscht die Akustik unter dem Eis rund um den Südpol. Auch Geräusche von Robben und Walen werden dort dokumentiert - die Daten erlauben Rückschlüsse auf das Verbreitungsgebiet und die saisonalen Wanderungen der Tiere sowie ihr Verhalten unter dem Eis.

Bereits vor zehn Jahren war es Wissenschaftlern gelungen, im Atlantik Geräusche aufzunehmen, die zunächst nicht zugeordnet werden konnten. Erst nach einer genaueren Analyse führten die Sounds die Experten schließlich zu Eisbergen der Antarktis.

Videointerview: James Balogs zur "Extreme Ice Survey"

Svavar Jónatansson/Extreme Ice Survey

Unsere wichtigsten Artikel zur Uno-Konferenz in Paris finden Sie auf dieser Übersichtsseite:

Klimagipfel in Paris

joe



insgesamt 5 Beiträge
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Olaf 07.12.2015
1. Mein Freund, der Eisberg
Geht es nicht noch ein bisschen schmalziger?
stefanmargraf 07.12.2015
2. Eisberge sind Lebewesen, und sie sterben!
Da hört man doch deutlich Ähnlichkeiten zur Sprache der Wale (Eisberg 7). Wahrscheinlich haben die Homöopathen recht, das Wasser ist zu höherer Intelligenz fähig (Gedächtnis hat es auch) und im Verbund von vielen Trillionen Molekülen kristallisiert erscheint es uns als Eisberg, in Wahrheit ist es das Gehirn einer uns unbekannten Lebensform. Nur die Wale, die haben es kapiert.
Stefan_G 08.12.2015
3. zu #2
Zitat von stefanmargrafDa hört man doch deutlich Ähnlichkeiten zur Sprache der Wale (Eisberg 7). Wahrscheinlich haben die Homöopathen recht, das Wasser ist zu höherer Intelligenz fähig (Gedächtnis hat es auch) und im Verbund von vielen Trillionen Molekülen kristallisiert erscheint es uns als Eisberg, in Wahrheit ist es das Gehirn einer uns unbekannten Lebensform. Nur die Wale, die haben es kapiert.
Ihre Schätzung geht minimal an der Sache vorbei, etwa eine Million Trillionen Wassermoleküle passen in einen durchschnittlichen Kaffeebecher.
temster23 09.12.2015
4.
es zeigt nur, dass der Klimawandel wirklich ernstes Problem in der ganzen Welt, und wir sollten uns bewusst sein, und beginnen, sorgfältig auf die neuen Generationen zu behandeln heraus Planeten
hektor2 29.06.2016
5. Schwimmen
Zitat von stefanmargrafDa hört man doch deutlich Ähnlichkeiten zur Sprache der Wale (Eisberg 7). Wahrscheinlich haben die Homöopathen recht, das Wasser ist zu höherer Intelligenz fähig (Gedächtnis hat es auch) und im Verbund von vielen Trillionen Molekülen kristallisiert erscheint es uns als Eisberg, in Wahrheit ist es das Gehirn einer uns unbekannten Lebensform. Nur die Wale, die haben es kapiert.
Bedeutet Ihr Beitrag, dass ich, wenn ich im Meer bade, in Wirklichkeit in einer Flüssigkeit verwester Eisberge schwimme? Und warum hat die dann offensichtlich tote Masse (Wasser) noch immer ein Gedächtnis? Ich vermute, die Antwort auf diese und andere Fragen lautet: 42!
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