Schmutzige Orte 1 Tschernobyl, Ukraine

Es verwundert nicht, dass Tschernobyl zu den zehn am stärksten verschmutzten Orten der Welt gehört. 20 Jahre nach dem GAU verseuchen noch immer Uran, Plutonium, radioaktives Jod, Caesium-137, Strontium und andere Stoffe den Ort.

Am 26. April 1986 explodierte in der Kernkraftanlage der Block vier. Die Strahlung, die bei diesem dramatischen Reaktorunglück frei wurde, entsprach dem Hundertfachen der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki. "Bis heute ist die 30-Kilometer-Sperrzone um die Anlage herum unbewohnbar", begründet das Blacksmith Institute, warum Tschernobyl unter die Top 10 der dreckigsten Orte dieser Welt aufgenommen wurde.

Obwohl bei der Katastrophe so viel Strahlung freigeworden war, sei nach Angaben der Umweltschutzorganisation die meiste Radioaktivität im Werk selber gefangen. "Manche schätzen, dass über 100 Tonnen Uran, Plutonium und andere radioaktive Produkte noch übrig sind und bei einem weiteren Unfall freigesetzt werden können", ist das Blacksmith Institute besorgt. Außerdem sei in den letzten vier Jahren bei rund 4000 Kindern Schilddrüsenkrebs festgestellt worden. Insgesamt seien 5,5 Millionen Menschen von den Strahlen betroffen.

Die Gegend soll wiederhergerichtet, die Umwelt rehabilitiert werden - doch was das kostet, lässt sich nur abschätzen. Dem Blacksmith Institute zufolge wären Hunderte Milliarden Dollar nötig. 20 Jahre nach der Katastrophe herrschen in der Sperrzone Leere und Verfall.

Schmutzige Orte 2: Dserschinsk, Russland

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