Schmutzige Orte 2 Dserschinsk, Russland

Senfgas, Blausäure, Phosgen, Dioxine, Arsentrioxid: Das sind nur fünf von 190 Chemikalien, die das Grundwasser von Dserschinsk verseuchen. Die Stadt ist während des Kalten Krieges Russlands Hauptproduktionsstätte für chemische Waffen gewesen - mit fatalen Folgen.

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Die Stadt Dserschinsk ist einer der wichtigsten Chemie-Industriestandorte Russlands. Bis zum Ende des Kalten Krieges war hier das Zentrum für die Produktion chemischer Waffen. Das Umweltamt von Dserschinsk geht dem Blacksmith Institute zufolge davon aus, dass von 1930 bis 1998 nahezu 300.000 Tonnen Chemikalienmüll unsachgemäß beseitigt worden sind - mit fatalen Folgen. So gelangte Dserschinsk in die Top 10 der dreckigsten Orte der Welt.

Aus dem Chemie-Müll seien gut 190 giftige oder umweltgefährliche Chemikalien ins Grundwasser eingedrungen, darunter Senfgas, Blausäure, Phosgen, Dioxine, Arsentrioxid sowie zahlreiche Nebenprodukte aus der Herstellung von chemischen Waffen. Viele dieser Stoffe sind auch in den nahe gelegenen Fluss Oka gelangt - der für die benachbarte Stadt Nischni Nowgorod eine Trinkwasserquelle ist. Insgesamt gut 300.000 Menschen sind laut der Umweltschutzorganisation möglicherweise geschädigt worden. In Dserschinsk beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung für Männer 42 Jahre und für Frauen 47 Jahre.

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