Schmutzige Orte 7 Mailuu-Suu, Kirgisien

In der kirgisischen Stadt Mailuu-Suu wurde jahrelang Uranerz abgebaut. Zurückgeblieben sind aber keine Atombomben, sondern Dutzende Abraumhalden und radioaktiver Müll. Die Stadt ist so schmutzig wie kaum eine andere auf der Welt. Ein nahe gelegenes Tal droht ebenfalls zu verseuchen.

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Dutzende Abraumhalden von Minen sind in der kirgisischen Stadt Mailuu-Suu verstreut, denn von 1946 bis 1968 wurde hier in einer Fabrik Uranerz hergestellt - über 10.000 metrische Tonnen nach Angaben des Blacksmith Institute. "Was bis jetzt zurückgeblieben ist, ist nicht eine Atombombe, sondern 1,96 Millionen Kubikmeter von radioaktivem Bergwerkmüll", so die Umweltschutzorganisation. Der strahlende Müll bedrohe eine der fruchtbarsten und am dichtesten besiedelten Gegenden Zentralasiens - das Ferghana-Tal. Denn wenn größere Mengen des Mülls ins den Mailii-Suu-River fielen, so wie im April dieses Jahres geschehen, dann würden Hunderte, gar Tausende Menschen in dem Tal das verseuchte Wasser trinken.

Zudem ist die Strahlenbelastung in Mailuu-Suu besonders hoch. Wissenschaftler fanden sehr hohe Dosen von Radon. Auch radioaktives Uran und die Gammastrahlung des abgelagerten Mülls würden Umwelt und Menschen schädigen, so das Blacksmith Institute. Außerdem litten in der Stadt doppelt so viele Einwohner an vielen Formen von Krebs als im Rest des Landes.

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