Schmutzige Orte 8 Norilsk, Russland

Aus einem Lager für Zwangsarbeiter hat sich ein Industriekomplex entwickelt, in dem heute Unmengen von Schwermetallen verarbeitet werden: Norilsk ist hoch vergiftet - und wird gegenüber der Außenwelt abgeschottet.

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Der Schnee ist schwarz, die Luft schmeckt nach Schwefel, und die Lebenserwartung der Arbeiter in Norilsk liegt zehn Jahre unter dem - ohnehin niedrigen - russischen Durchschnitt. Norilsk, die nördlichste Großstadt Russlands und nach Murmansk die zweitgrößte nördlich des Polarkreises, ist unvorstellbar schmutzig.

Schwefeldioxid ist noch das kleinste Problem der 134.000 betroffenen Einwohner. Auch radioaktives Strontium-90 und Cäsium-137 verschmutzen die Luft. Zur Schwermetallbelastung kommen Feinstaub, Stickstoffoxide, Kohlenstoffoxide und Phenole - eine giftige Umgebung.

1935 wurde Norilsk als Lager für Zwangsarbeiter gegründet. Heute steht dort der weltgrößte Komplex zur Schwermetallverhüttung. Die privatisierte Firma kontrolliert rund ein Drittel der Welt-Nickel-Vorräte.

Seit November 2001 ist Norilsk eine von rund 90 geschlossenen Städten in Russland: Fremde haben keinen Zugang, es gilt strenge Geheimhaltung.

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