Zweites Bundesland betroffen Schweinepest erreicht auch Sachsen

Immer mehr Wildschweine sterben an der Afrikanischen Schweinepest. Nach Brandenburg ist nun erstmals ein weiteres Bundesland von dem gefährlichen Virus betroffen.
Wildschwein in einem Gehege in Rheinland-Pfalz (Archivbild)

Wildschwein in einem Gehege in Rheinland-Pfalz (Archivbild)

Foto: Sascha Ditscher / imago images

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Deutschland weiter aus. Nach Brandenburg ist die Tierseuche nun auch in Sachsen nachgewiesen worden. Damit ist das zweite Bundesland betroffen. Das sächsische Sozialministerium bestätigte am Samstag einen Fall bei einem im Landkreis Görlitz geschossenen Wildschwein. Es werden nun "Restriktionszonen" um den Fundort festgelegt, um die Verbreitung der Krankheit aufzuhalten.

"Wir sind gut auf den Ernstfall vorbereitet", versicherte Landessozialministerin Petra Köpping (SPD). Sie appellierte an die sächsischen Schweinehalter, ihre Bestände weiterhin konsequent zu schützen.

Das für Haus- und Wildschweine hochansteckende und meist tödliche Virus war im September erstmals in Deutschland entdeckt worden. Damals wurde ein infizierter Kadaver an der deutsch-polnischen Grenze gefunden. Später bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut den Verdachtsfall. Das Labor der Einrichtung ist für die Abklärung solcher Fälle verantwortlich. Anschließend wurden weitere infizierte Tiere entdeckt.

Die Afrikanische Schweinepest grassiert seit Jahren vor allem in Osteuropa und ist vermutlich von Polen über die Grenze nach Deutschland eingeschleppt worden. Schon im März war auf polnischer Seite ein an der Schweinepest gestorbenes Wildschwein nur etwas mehr als zehn Kilometer vor der Grenze zu Deutschland entdeckt worden.

Das Virus stammt ursprünglich aus Afrika und befiel beispielsweise Warzenschweine. Es wird dort von Lederzecken weitergegeben. In Europa erfolgt die Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren über Blut und Sekrete. Über Blut wird das Virus am effizientesten übertragen. In der Natur stecken sich Tiere meist nur an, wenn sie am Kadaver eines befallenen Wildschweins schnüffeln oder fressen. Weitere Übertragungswege sind das Verfüttern von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen. 

Die Krankheit endet in 90 Prozent der Fälle tödlich. Medikamente existieren nicht, eine Impfung ist nicht möglich. Die Tiere entwickeln nach einer Infektion sehr schwere, aber unspezifische Symptome, schreibt das Friedrich-Loeffler-Institut. Neben Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemproblemen können Durchfall und Blutungsneigung auftreten. Für den Menschen ist die Krankheit aber ungefährlich. Selbst kontaminiertes Fleisch kann problemlos gegessen werden, darf allerdings nicht in Verkehr gebracht werden.

Schweinezüchter leiden unter Verlusten

Die deutschen Landwirte befürchten vor allem wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung. Nach dem ersten Nachweis in Brandenburg waren die Fleischpreise gesunken. Weil Deutschland den Status "seuchenfrei" verlor, drohen Exportstopps für Schweinefleisch ins Nicht-EU-Ausland. China und viele weitere Länder hatte bereits die Einfuhr von deutschem Schweinefleisch verboten. Bisher ist das Virus jedoch bei keinem Hausschwein in Deutschland nachgewiesen worden.

Deutschlands Behörden ergriffen bereits unterschiedliche Maßnahmen, um die Seuche einzudämmen. Wildschweine wurden rund um die Fundstellen gezielt abgeschossen. Rund um Fundstellen wurden Zonen eingerichtet, aus denen Hausschweine und Schweinefleisch nicht herausgebracht werden dürfen. Zudem hoffen Experten seit Jahren, die Ausbreitung der Seuche durch Zäune zu verhindern.

joe/dpa/AFP
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