Betrieb im Emsland Schweinepest erstmals in Niedersachsen nachgewiesen

Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und nun auch Niedersachsen: Die afrikanische Schweinepest hat das nächste Bundesland erreicht. Ein »harter emotionaler Schlag« für niedersächsische Halter.
Schweine warten in einen Anhänger auf den Transport zum Schlachthof

Schweine warten in einen Anhänger auf den Transport zum Schlachthof

Foto: Lars Klemmer / dpa

In einem schweinehaltenden Betrieb im Landkreis Emsland ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) ausgebrochen. Das nationale Referenzlabor, das Friedrich-Loeffler Institut(FLI), bestätigte den Befund des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover mitteilte. Es ist nach Ministeriumsangaben der erste Fall der Tierseuche in Niedersachsen. Auch in einem Schweinemastbetrieb in Brandenburg wurde am Samstag die Tierseuche nachgewiesen.

»Es war leider nur eine Frage der Zeit, wann die Schweinepest auch Niedersachsen erreicht«, sagte Ministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). Es sei ein »harter emotionaler Schlag« für die niedersächsischen Schweinehalter. Der Betrieb in der Gemeinde Emsbüren hält 280 Sauen und rund 1500 Ferkel. Der komplette Bestand werde am Sonntag getötet.

Umweltorganisation fordert Umdenken in der Tierhaltung

Greenpeace forderte ein Umdenken in der Haltung: Die nun folgenden Massenkeulungen zeigten, dass das bestehende »Schweinesystem in Deutschland strukturell, ökonomisch und ethisch am Ende« sei. »Die massive Konzentration von viel zu vielen Tieren auf wenig Raum bringt nicht nur enorme Tierschutz- und Umweltprobleme mit sich«, schrieb der Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter. Tierseuchen könnten sich besonders schnell ausbreiten. An den Wurzeln des Übels sei nichts verändert worden. »Wir müssen das bestehende hochspezialisierte tierschutzwidrige Schweinesystem beenden und die Tierhaltung – insbesondere in den Intensivregionen – schnell und drastisch zurückfahren.«

Der erste Fall in Deutschland war im September 2020 bestätigt worden, bei einem Wildschwein in Brandenburg. Seitdem stellte man Ausbrüche in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen fest – im Mai auch erstmals in Süddeutschland. Mitte Juli vergangenen Jahres hatte die Schweinepest erstmals in Deutschland auf Hausschweine in Nutzbeständen übergegriffen – wieder in Brandenburg.

ASP ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

tfb/dpa
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