Angst vor Schweinepest Sechs Staaten stoppen Schweinefleisch-Import aus Belgien

Die Schweinepest hat Belgien erreicht. Aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung der Tierseuche weltweit importieren sechs Staaten nun kein Schweinefleisch mehr aus dem Land.

Ferkel in einer Schweinezuchtanlage (Symbolbild)
DPA

Ferkel in einer Schweinezuchtanlage (Symbolbild)


Nach der Entdeckung der Afrikanischen Schweinepest in Belgien haben sechs Staaten den Import von Schweinefleisch aus dem Land gestoppt. Es handele sich um Südkorea, China, Taiwan, Weißrussland, Mexiko und die Philippinen, teilte die zuständige Aufsichtsbehörde Febev der Nachrichtenagentur Belga mit.

Das für Menschen ungefährliche, aber von Schweinezüchtern gefürchtete Virus war Ende vergangener Woche erstmals in Belgien nachgewiesen worden - rund 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt zunächst bei zwei Wildschweinen. Bis Montag kamen drei weitere Nachweise hinzu. Inzwischen wurden die betroffenen Wälder gesperrt.

Deutschland und Frankreich größte Abnehmer in der EU

Der nun verhängte Importstopp trifft die belgischen Schweinezüchter. China und Südkorea nahmen nach Angaben der Febev bisher 45 Prozent aller Exporte in Staaten außerhalb der EU ab. Innerhalb der EU sind Deutschland und Frankreich die größten Abnehmer belgischen Schweinefleischs. Hier läuft der Export weiter.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die für Wild- und Hausschweine in Europa fast immer tödlich ist. Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen werden, aber auch über Speisereste, sofern sie Fleisch von infizierten Tieren enthalten. Zudem kann sich das Virus auch an Schuhsohlen oder Autoreifen festsetzen. Eine schützende Impfung gibt es nicht.

Dänemark will aus Angst vor der Tierseuche vorsorglich einen Grenzzaun zu Deutschland errichten, der Wildschweine aufhalten soll. Hierzulande ist aktuell allerdings noch kein Fall von Schweinepest bekannt.

Die afrikanische Schweinepest hatte sich in den vergangenen Monaten zunächst in Osteuropa ausgebreitet: In Polen, Tschechien, Rumänien, der Ukraine und den drei baltischen Staaten sind seit Anfang des Jahres Wild- und Hausschweine an der Seuche gestorben. Der erste Nachweis der Afrikanischen Schweinepest in Westeuropa hatte am Freitag dann auch in Deutschland Unruhe ausgelöst.

jme/dpa

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