Fotostrecke

Rätselhafter Schwund: Der Zauber der Wintervögel

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Rätselhafter Schwund zum Winteranfang Wo sind die Singvögel?

Sperlinge, Meisen, Amseln: In Gärten und Parks finden sich derzeit weniger Vögel ein als sonst zum Winterstart. Experten vermuten, es könnte mehrere Gründe haben.

Vogelfreunde haben in den vergangenen Wochen deutlich weniger Meisen, Eichelhäher und Amseln an Futterhäuschen in Gärten und Parks beobachtet. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schließt einen Zusammenhang mit der grassierenden Vogelgrippe aber aus.

"Singvogelarten werden generell nicht von der aktuellen Form der Vogelgrippe befallen", sagte Geschäftsführer Leif Miller am Mittwoch. Auch bei den betroffenen Wildvögeln seien trotz der Todesfälle bislang keine Auswirkungen auf die Bestände zu befürchten.

Warum sich Wintervögel in diesem Jahr rar machen, können auch Naturschützer nur vermuten. Wahrscheinlich sei, dass viele Vögel bei der milden Witterung in den Wäldern ausreichend Nahrung fänden und deshalb bisher zusätzliche Futterstellen verschmähten, sagte Miller. Dass die Zahl der gefiederten Gäste an Futterhäuschen stark schwanke, sei im Winter normal.

Fotostrecke

Rätselhafter Schwund: Der Zauber der Wintervögel

Foto: Patrick Pleul/ dpa

Der Düsseldorfer Nabu-Experte Heinz Kowalski vermutet eine andere Ursache: Der geringe Flugbetrieb an den Futterstellen sei wohl auch eine Spätfolge des verregneten Frühjahrs. Durch Nässe und Kälte seien viele Jungvögel an Unterkühlung gestorben.

Außerdem habe das Wetter zu einem Mangel an Insekten geführt: "Jungvögel, die nicht an Kälte gestorben sind, sind schlicht verhungert", sagte er. Viele Vogelschützer, die derzeit die Nistkästen säubern, entdeckten Nester mit toten Jungvögeln oder nicht ausgebrüteten Eiern.

Die nächste Nabu-Zählaktion steht vom 6. bis 8. Januar an. Vogelfreunde können ihre Beobachtungen der Wintervögel dann wieder melden. Im vergangenen Januar beteiligten sich bundesweit mehr als 93.000 Vogelfreunde und zählten über 2,5 Millionen Tiere. Am häufigsten sahen sie Haussperlinge, Kohlmeisen, Blaumeisen, Feldsperlinge und Amseln.

Ob es Vögeln hilft oder schadet, wenn sie im Winter gefüttert werden, lässt sich nicht eindeutig sagen. Aussagekräftige Studien fehlen. Ein striktes Futterverbot vertritt inzwischen aber kaum jemand mehr.

boj/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.