Sea-Shepherd-Aktion im Mittelmeer Stinkbomben für den Artenschutz

Die Fischer warfen Stahltrossen und Ketten, die Umweltschützer reagierten mit Stinkbomben und Wasserkanonen. Um die illegale Thunfischjagd zu stoppen, lieferten sich die Umweltaktivisten von Sea Shepherd vor Libyen eine wahre Seeschlacht. Als nächstes wollen sie Hubschrauber einsetzen.

AP/ Sea Shepherd Conservation Society

Hamburg - Auf Kollisionskurs im südlichen Mittelmeer: 70 Seemeilen vor der Küste Libyens ist es am Samstag zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Umweltaktivisten und Thunfischfängern gekommen. Die Aktivisten der Organisation Sea Shepherd Conservation Society versuchten mit ihrem Schiff "Steve Irwin" tunesische Fischer zu stoppen. Die Region, in der sich der Vorfall ereignete, liegt innerhalb der Uno-Flugverbotszone.

Um die "Steve Irwin" nicht in ihre Nähe zu lassen, schleuderten die Fischer schwere Metallketten an Bord und versuchten, das Schiff mit Hilfe eines Seils an der Weiterfahrt zu hindern. Die Umweltaktivisten wehrten sich mit Stinkbomben und Wasser aus Feuerwehrschläuchen. Sie waren am Freitag von Sizilien aus in See gestochen, nachdem ein Schwesterschiff die Präsenz von mehr als 20 Fischerbooten in der Gegend gemeldet hatte, die mit sogenannten Ringwadennetzen ganze Fischschwärme einfangen können.

Wegen der gefährlichen Auseinandersetzungen konnten die Aktivisten nicht feststellen, ob sich in den Netzen Thunfisch befand. Nun soll die Suche nach den Fischerbooten mit Hilfe eines Helikopters ausgeweitet werden.

Der kämpferische Einsatz der Meeresschützer hat in der Vergangenheit durchaus Wirkung gezeigt: Wegen wiederholter "Übergriffe" durch Sea Shepherd hat Japan erst im Februar vorzeitig seinen umstrittenen Walfang beendet. Wie die japanische Fischereibehörde damals mitteilte, hätten die "gewalttätigen Unterbrechungen" durch die Walschützer das Geschäft unrentabel gemacht.

Die 1977 gegründete Organisation, auch "der schwarze Block der Meere" genannt, macht mit ihren spektakulären Aktionen immer wieder Schlagzeilen: Sie gilt als eine der aktivsten, aber auch als die kompromissloseste unter den Wal- und Artenschutzorganisationen; viele Kritiker sehen die Aktivisten als Radikale. Beide Seiten beschuldigten sich in den letzten Jahren zunehmend ruppiger Methoden.

Dokumentiert sind etliche Zusammenstöße, weltweite Schlagzeilen machte im Januar 2010 die Versenkung des Sea-Shepherd-Boots "Ady Gil", das in zwei Teile zerbrach, nachdem es von einem Harpunenboot gerammt wurde. Eine neuseeländische Untersuchungskommission befand später, dass die Schuld dafür bei beiden Parteien zu suchen sei: Aktivisten wie Walfänger hätten die Kollision in Kauf genommen.

cbu/AP



insgesamt 39 Beiträge
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kalle-blom 12.06.2011
1. Paul Watson
Zitat von sysopDie Fischer warfen Stahltrossen und Ketten, die Umweltschützer reagierten mit Stinkbomben und Wasserkanonen. Um*die illegale Thunfischjagd zu stoppen, lieferten sich die Umweltaktivisten von Sea Shepherd vor Libyen eine wahre Seeschlacht. Als nächstes wollen sie Hubschrauber einsetzen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,768111,00.html
... ist ein Held. Von seiner Sorte braucht es mehr. Hut ab vor ihm und seinen Mitstreitern und -streiterinnen.
Peet89 12.06.2011
2. .
Zitat von sysopDie Fischer warfen Stahltrossen und Ketten, die Umweltschützer reagierten mit Stinkbomben und Wasserkanonen. Um*die illegale Thunfischjagd zu stoppen, lieferten sich die Umweltaktivisten von Sea Shepherd vor Libyen eine wahre Seeschlacht. Als nächstes wollen sie Hubschrauber einsetzen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,768111,00.html
Richtig so, immerhin einige die mal was machen!! Wenn der letzte Fisch, der letzte baum und das letzte Säugetier verschwunden ist wachen wir auf, vorher leben wir einfach so weiter wie immer...traurig!
jocurt, 12.06.2011
3. Ich dachte imme der Mensch wäre ein Säugetier
Zitat von Peet89Richtig so, immerhin einige die mal was machen!! Wenn der letzte Fisch, der letzte baum und das letzte Säugetier verschwunden ist wachen wir auf, vorher leben wir einfach so weiter wie immer...traurig!
nach ihrer Ansicht wohl eher nicht, denn wenn alle Säugetiere verschwunden sind, wachen wir auf. Aha. Von den Toten auferstanden oder was ! Übrigens Ratten werden dann unsere Haustiere sein, Insekten unsere täglichen Begleiter. Sicherlich nicht wünschenswert, aber na sollte bei Übertreiben von Polemik aufpassen, nicht ins Lächerliche abzurutschen.
bourne 12.06.2011
4. Kampf
gegen die riesigen europäischen Trawler verstehe und untertsütze ich, aber die armen tunesichen Fischer zu vertreiben ist wohl auch nicht die Lösung. Daraus resultiert dann vermutlich nur noch mehr Piraterie, die dann von der NATO bekämpft wird. Damit nimmt man den Menschen schlicht und einfach die Lebensgrundlage! Wir Europäer sollten uns beim Fischfang etwas zurücknehmen, damit auch noch etwas für die Menschen bleibt, dies wirklich nötig haben!
Micha_R3 12.06.2011
5. Hmmmm...
70 Seemeilen vor der libyschen Küste, in der Flugverbotszone: Bevor Sea-Shepherd seinen "Kampfhubschauber" gegen die tunesischen Fischer einsetzen will, sollten die sich besser noch um eine Genehmigung bei den amerikanischen oder französischen Streitkräfte bemühen. - Sonst gibt's schon wieder "Bruch". Oder auch wenn die tunesische Luftwaffe meint, ihre Fischereiflotte in den eigenen Gewässern verteidigen zu müssen.
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