Seebeben in Asien Der Crash der Kontinentalplatten

Aufnahmen des zerfurchten Meeresbodens vor Sumatra lassen die gewaltigen Kräfte ahnen, die den verheerenden Tsunami auslösten. Bei der plötzlichen Bewegung der tektonischen Platten wurden Felsbrocken mit 160 Stundenkilometern über den Meeresgrund gefegt.

Die Bilder, die das britische Marineschiff "HMS Scott" vom Meeresboden 60 Seemeilen vor Sumatra machte, zeigen eine bizarre, von den Kräften der Natur gezeichnete Landschaft. Mit dem hochauflösenden Sonar scannte die Besatzung des Aufklärungsschiffes den Ozeangrund an der Stelle, wo Indische und Eurasische Platte aufeinanderstoßen.

Am Computer entstanden daraus beeindruckende 3D-Modelle der Zone, an der der verheerende Tsunami ausgelöst wurde. Zu erkennen sind schroffe Bergketten, die teils von tiefen Furchen gezeichnet sind.

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Foto: REUTERS/ Royal Navy



Der Meeresboden nach dem Beben
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Gigantische, kilometergroße Felsbrocken seien bis zu elf Kilometer weit über den Meersgrund geschleudert worden, berichteten die britischen Forscher. Die Brocken hätten Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h erreicht.

Mit ihren Sonaraufnahmen gelang es den Forschern erstmals, kurz nach einem verheerenden Seebeben den Meeresgrund neu zu kartieren. Das Beben erreichte eine Stärke von 9,0 auf der Richterskala, US-Forscher glauben inzwischen, dass es sogar die Stärke von 9,3 erreicht haben könnte. Der ausgelöste Tsunami tötete weit über 200.000 Menschen.

Auf den 3D-Bildern ist die ebene Indische Platte gut zu erkennen, die sich unter die Eurasische schiebt. Die Platten seien zusammengestoßen und wie ein Teppich zerknüllt worden, sagte Commander Steve Malcolm, Captain der "HMS Scott". Die Eurasische Platte habe sich plötzlich um rund 20 Meter nach oben bewegt. Dadurch sei die darüber befindliche Wassersäule ebenfalls gehoben worden - Resultat war die verheerende Flutwelle, die anschließend auf die Küsten Südostasiens und Afrikas zuraste.

"Wissenschaftlich gesehen sind die Aufnahmen nicht weniger aufregend und bedeutend als die Fotos von Titan, die wir zuletzt gesehen haben", sagte Captain Ian Turner. Die Unterwasserlandschaft sei "monumental" verändert worden. "Es ist beeindruckend, den Grad der Veränderung zu sehen." Ein sehr großes Gebiet sei vom Seebeben verformt worden.

An Bord der "HMS Scott" fuhren neben der Stammbesatzung auch Wissenschaftler des British Geological Survey mit. Indonesien hatte die Fahrt vor seiner Küste genehmigt.

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