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24. August 2012, 11:59 Uhr

Peru

Zoll findet Tausende getrocknete Seepferdchen

Seepferdchen sind als Heilmittel in der chinesischen Medizin und als Aphrodisiakum begehrt. Die Polizei in Lima hat nun 16.280 Exemplare der vom Aussterben bedrohten Tiere sichergestellt. Das aus ihnen gewonnene Pulver sollte in Asien verkauft werden.

Lima - Seepferdchen sind vom Aussterben bedroht, sie stehen als schützenswerte Art in den Richtlinien der Internationalen Handelskonvention (Cites). In Peru ist der Fang der Tiere seit 2004 verboten - bei Zuwiderhandlung drohen zwei Jahre Gefängnis. Das scheint Kriminelle nicht abzuschrecken: Die peruanische Zollbehörde in Lima hat am Donnerstag bei einer Razzia in der Nähe des Flughafens 16.280 Exemplare der seltenen Meeresbewohner sichergestellt.

Die illegale Ware sollte nach Asien verschickt werden. Das Pulver der Tiere ist besonders in China, Süd Korea und Japan begehrt - es gilt als Heilmittel und Aphrodisiakum. Für ein Kilo werden derzeit über 6000 Dollar bezahlt, sagte ein Kriminalbeamter der Zollbehörde in Lima. Im vergangenen Jahr hatte der peruanische Zoll über zwei Tonnen getrocknete Seepferdchen beschlagnahmt, die für den Export gedacht waren.

Seepferdchen sind vom Aussterben bedroht - das ergab eine Studie der Weltnaturschutzorganisation IUCN 2011 und der kanadischen Simon Fraser University, die im Fachjournal "Conservation Letter" veröffentlicht wurde. Ebenfalls schlimm stehe es dem Report zufolge um die Zukunft von Schildkröten und Haien. Alle Meeresschildkröten sowie mehr als jede zweite Gattung der Hammerhaie und Adlerrochen seien gefährdet.

nik

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