Seltene Gibbons Biologen entdecken Kolonie singender Affen

Mit ihren Gesängen stecken sie Reviere ab und becircen ihren Partner: Schopfgibbons erfüllen die Wälder von Vietnam mit ihren Rufen. Doch die Affen sind akut vom Aussterben bedroht. Umso mehr freuen sich Umweltschützer über die Entdeckung einer entlegenden Gibbon-Kolonie.

Terry Whittaker

Hamburg - Gute Nachrichten für Artenschützer: Die lauten Rufe einer seltenen Art von Menschenaffen haben Forscher in Vietnam zu einer bisher unbekannten Kolonie von Gibbons geführt. In den schwer zugänglichen Wäldern im bergigen Norden des Landes an der Grenze zu Laos würden mehr als 450 Nördliche Weißwangen-Schopfgibbons (Nomascus leucogenys) leben, erklärten Forscher der Umweltschutzorganisation Conservation International (CI). Die Gruppe stellt demnach rund zwei Drittel aller bekannten Gibbons dieser Art in Vietnam dar - es ist die einzige "bekannte überlebensfähige Population" dieser Tiere weltweit.

Conservation International fahndet schon seit längerer Zeit in Vietnams Wäldern nach den letzten Schopfgibbons, doch in den vergangenen drei Jahren entdeckten die Biologen lediglich kleine Gruppen mit weniger als 50 Tieren - bis sie auf die große Kolonie an der Grenze zu Laos stießen.

"Das ist eine unglaublich bedeutende Entdeckung" erklärte CI-Präsident Russell Mittermeier. "Sie unterstreicht die enorme Bedeutung von geschützten Gegenden als letzte Zufluchtsstätte für dezimierte Arten." Die Gibbon-Kolonie lebt im Pu-Mat-Nationalpark in der Provinz Nghe An.

Gibbons sind eng verwandt mit den Menschenaffen, aufgrund ihrer geringeren Größe werden sie auch Kleine Menschenaffen genannt. Sie gehen mit ihren Partnern nicht nur lebenslange Bindungen ein, sondern singen sich gegenseitig Ständchen vor oder trällern Duette - wobei die Affen je nach Wohnort unterschiedliche Dialekte haben. Die in Bäumen lebenden Tiere ernähren sich hauptsächlich von Früchten und Blättern, manchmal klauen sie auch Eier oder Junge aus Vogelnestern.

Viele Gibbonarten sind allerdings vom Aussterben bedroht, weil ihr Lebensraum immer kleiner wird und sie für den Tierhandel und wegen des angeblichen medizinischen Nutzens ihrer Körperteile gejagt werden. Die Zahl der Weißwangen-Schopfgibbons ging Tierschützern zufolge in den vergangenen 45 Jahren um 80 Prozent zurück. In China sind sie praktisch ausgestorben.

Auch die nun entdeckte größere Schopfgibbon-Kolonie könnte in naher Zukunft bedroht werden. In der bisher sehr abgelegenen Region sollen Straßen gebaut werden, erklärt Conservation International. Dies könnte den Lebensraum der Gibbons zerstören, zudem fürchten die Umweltschützer, dass dann auch Wilderer Jagd auf die seltenen Primaten machen.

wbr/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
richsorge 18.07.2011
1. Gibbons und Pandas
Zitat von sysopMit ihren Gesängen stecken sie Reviere ab und becircen ihren Partner: Schopfgibbons erfüllen die Wälder von Vietnam mit ihren Rufen. Doch die Affen sind akut vom Aussterben bedroht. Umso mehr freuen sich Umweltschützer über die Entdeckung einer entlegenden Gibbon-Kolonie. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,775066,00.html
Handelt es sich um Pandas in China oder Flußdelphine des Yangzi, man hätte getitelt "Chinesen rotten Pandas aus" oder "Chinesische Flußdelphine so gut wie ausgerottet". Oder sollte sich da etwas geändert haben?
Gertrud Stamm-Holz 18.07.2011
2. w
Schön, gell? Die eigenen Gibbons hat man aber ausgerottet. Auch sonst schert man sich nicht. Bis auf die süssen Pandas. Da misst man mit zweierlei Maß.
limubei 19.07.2011
3. 1 mass mehrere kategorien
Zitat von Gertrud Stamm-HolzSchön, gell? Die eigenen Gibbons hat man aber ausgerottet. Auch sonst schert man sich nicht. Bis auf die süssen Pandas. Da misst man mit zweierlei Maß.
liebe gertrud, es gibt in china nur ein mass. essbar oder nicht essbar. wir können noch die kategorie essbar und angeblich potenzfördernd einführen. viagra sollte zum selbstkostenpreis abgegeben werden. das hilft den bären, tigern, nashörnern usw. in afrika werden weiter nashörner gewildert wegen des hornes. raten sie mal wo das hingeht. habe noch die medizinische kategorie vergessen. getrocknet und gepulvert gemischt mit ............. 1 MASS mehrere kategorien eigentlich sind die pandas ja auch schon ausgerottet. überleben nur in gehegen. die "wildnis" gibts ja nicht mehr.
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