Zuchtprogramm Seltene Przewalski-Pferde in Mongolei ausgewildert

Sie sind die einzigen erhaltenen Wildpferde: Der Prager Zoo züchtet Przewalski-Pferde - und fliegt sie in ihre ursprüngliche Heimat, die Mongolei.

Przewalskifohlen folgt Muttertier
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Przewalskifohlen folgt Muttertier


In der mongolischen Steppe sind vier seltene Przewalski-Pferde in die Freiheit entlassen worden. Die Stuten Reweta, Heia, Heilige und Nara hätten den Transport gut überstanden, teilte der Zoo in Prag mit.

Ein Armeeflieger hätte die Wildpferde in klimatisierten Boxen aus Tschechien in die Mongolei gebracht. Das letzte Stück der 35-stündigen Reise zum Gobi-B-Schutzgebiet am Rande der gleichnamigen Wüste mussten die Tiere dem Zoo zufolge im Lastwagen zurücklegen.

Der Prager Zoo hat bereits 23 Przewalski-Pferde nach Zentralasien gebracht, die dort 15 Nachkommen gezeugt haben.

Das Przewalski-Pferd ist das einzige Wildpferd, das bis heute in seiner ursprünglichen Form überlebt hat. Die gedrungen gebauten Tiere wurden in freier Wildbahn bis 1969 ausgerottet, konnten aber durch Zuchtprogramme wieder in der Natur angesiedelt werden.

Mähne und Schweif sind dunkel

Die sandfarbenen Tiere haben häufig einen dunklen Strich auf dem Rücken, auch Mähne und Schweif sind dunkel; sie werden auch Falben genannt. Mitunter hat zudem das Fell an den Beinen dunklere Querstreifen.

Einst waren alle Pferde Falben: Mutationen in einem einzelnen Gen hätten Pferde für immer verändert, berichteten jüngst Forscher im Fachjournal "Nature Genetics".

Eine Mutation war demnach schon vor mehr als 40.000 Jahren im Erbgut von Pferden präsent. Im Zuge der Domestikation seien vom Menschen wohl verstärkt Tiere mit dieser Anlage für die Zucht gewählt worden. Dem Menschen waren braune und schwarze Tiere also offenbar lieber - er vollzog die Auslese.

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boj/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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Tevje 18.07.2016
1. Schön!
Hoffentlich überstehen sie die ersten harten Winter in der Mongolei und lernen schnell, sich vor Wölfen zu hüten, damit diese wunderbaren Tiere wieder in ausreichender Anzahl in den Steppen der Mongolei beheimatet sein können.
jkleinmann 18.07.2016
2. Nicht nur Körperbau und Farbe,
also der Phänotyp, unterscheidet sich bei den Przewalski-Pferden von Hauspferden, sie haben auch eine höhere Chromosomen -Zahl (66 statt 64)!
citizen01 18.07.2016
3. Selten? Hunderte, wenn nicht tausende in Zoos, Freigehegen!
Jeder kleine Zoo schmückt sich mit einigen Exemplaren dieser Rasse. Mal vorsichtig sein mit dem Begriff 'selten'!
colada 19.07.2016
4. Wunderbar
Ich kann dazu nur eine Sache sagen - das sind wirklich wunderbare Projekte und die Bilder sprechen für sich ! Hoffe wirklich die Ansiedlung klappt!
DeutscherimAusland 19.07.2016
5. Immer wieder schoen,....
"Bildungs- und Informationsluecken" zu entdecken! Schon seit vielen Jahren werden im Hustai-Nationalpark (ca. 100Km s-westlich von Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei), die Przewalski Pferde in freier Natur gehalten und gezuechtet. Es gibt sogar ein Informations- und Konferenzgebaeude fuer die "wissenschaftlich" Interessierten. Die klimatischen Bedingungen sind absolut "kein Thema" fuer die Tiere. Und ja, waehrend der "kalten" und ueberwiegend "dunklen" Jahreszeit werden sie zum Schutz vor "Wolf-Attacken" und zur gezielten Fuetterung, in eigens dafuer errichtete Koppeln gehalten! Es gibt in diesem Nationalpark auch ein "naturnahes" Ger-Camp, durch dessen finanzielle Einnahmen (fuer die Unterbringung und Verpflegung von Gaesten aus der ganzen Welt), der Aufwand u.a. auch fuer die Tiere gegenfinanziert wird! Beste Gruesse an alle "Pferde-Freunde!", einfach mal "hinfahren"!
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