Seltener Vogelspinnen-Nachwuchs Spinnefreund

Eine seltene Vogelspinnenart hat sich sich erstmals in einem Zoo fortgepflanzt: Im britischen Chester freut man sich über rund 200 kleine Krabbler.

Chester Zoo

Nur auf der karibischen Insel Montserrat sind diese Vogelspinnen in freier Wildbahn zu finden: Jetzt haben sie sich erstmals in einem Zoo fortgepflanzt. Der Tierpark im britischen Chester berichtet, dass rund 200 Spinnen der Art Cyrtopholis femoralis geschlüpft sind.

Das sei ein großer Erfolg, weil so wenig über die Tiere bekannt sei, sagt Gerardo Garcia vom Chester Zoo. "Wir wissen aber, dass die Männchen im Vergleich zu den Weibchen eine sehr kurze Lebensspanne haben." Richtig einzuschätzen, wann sie geschlechtsreif sind, um sie dann mit den Weibchen zusammenzusetzen, war deshalb entscheidend.

Wie bei vielen Spinnenarten ist auch bei Cyrtopholis femoralis die Fortpflanzung gefährlich für die Männchen: Wenn sie Pech haben, enden sie als Beute der Weibchen.

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Chester: Seltene Vogelspinnen in Zoo gezüchtet

Die ersten ausgewachsenen Exemplare von C. femoralis kamen vor drei Jahren in den britischen Tierpark, Garcia hatte sich von einer Expedition mitgebracht. Nun hoffen der Zoologe und seine Kollegen, dass der Spinnen-Nachwuchs weitere Erkenntnisse über die noch wenig erforschte Art liefern wird.

Immerhin ein überraschendes Detail über diese Vogelspinnenart ist wissenschaftlich verbrieft: Dass sie - höchst ungewöhnlich für große Spinnen - von Fröschen gefressen werden. Auf Montserrat ist auch der Antillen-Ochsenfrosch heimisch, der mehr als 20 Zentimeter Körperlänge erreichen kann. Die Amphibien wurden schon mehrmals dabei beobachtet, wie sie Vogelspinnen verschlingen, wobei die Achtbeiner laut der britischen BBC ausgewachsen auch 15 bis 20 Zentimeter groß werden. Garcia hatte zusammen mit Kollegen 2012 im Fachblatt "Tropical Zoology" über die überraschende Fressvorliebe des Frosches berichtet.

Er betont, dass Erfolge wie dieser verdeutlichen, welche Arbeit Zoos hinter den Kulissen leisten, um gefährdete Arten zu erhalten - inklusive kleinerer, unbekannter Spezies, die ja auch zur Artenvielfalt der Welt beitragen.

wbr



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