Wissenschaft für Kinder Ein Mitmach-Museum mit der Maus

Seit 42 Jahren gibt es die "Lach- und Sachgeschichten": Die "Sendung mit der Maus" will Kindern mit Spaß Wissen vermitteln. Nun hat die Maus sogar ein eigenes Museum - eine Hommage an Kölns berühmtestes Nagetier, vor allem aber an die Wissenschaft im Alltag.

Odysseum

Von , Köln


Köln - Der Vater der Maus steht etwas abseits und hört zu, als die unvermeidlichen Reden gehalten werden. Jedes Kind von fünf bis 50 kennt Armin Maiwald, Jahrgang 1940. Seit 1971 erzählt er die "Lach- und Sachgeschichten", die dem Nachwuchs die Rätsel des Alltags erklären. Er ist nicht nur einer der vier Moderatoren und die Stimme der Sachgeschichten, sondern auch Mitproduzent der Kindersendung.

Heute ist er Ehrengast bei der Eröffnung eines Museums, das man der Maus gewidmet hat, die er einst miterfand. Endlich, könnte man sagen, denn es ist nicht der erste Versuch. Schon einmal ging die Maus mit einer eigenen Wanderausstellung auf bundesweite Tour - das "Maus Oleum" ging 1998 auf eine Initiative von Maiwald und seinen Mitstreitern zurück. Es scheiterte schließlich an Versicherungsfragen.

Ab sofort gibt es stattdessen eine ständige, feste Ausstellung. Sie liegt in Köln Kalk, auf der "schäl Sick", wie man in Köln so sagt, auf der falschen Seite des Flusses also - da, wo der Dom nicht steht. Stattdessen stehen da Baumärkte, ein Musikalien-Versandhandel, weitere große Betonbauten und mittendrin das Odysseum. Das versteht sich als "Abenteuermuseum" und "Erlebnishaus des Wissens". Es ist ein von einer gemeinnützigen Stiftung betriebenes Mitmach-Science-Center für Kinder und Jugendliche und darum eben doch genau der richtige Ort, um ein Maus-Museum anzusiedeln.

Anfassen fördert Begreifen

Denn auch, wenn sich innerhalb des Gebäudes die 800 Maus-Quadratmeter optisch absetzen, passt doch alles zueinander. Im Museum mit der Maus geht es darum, durch Machen Dinge zu begreifen. Denn anders als man denken könnte, ist das Museum kein Mausoleum, das der Hauptfigur der Sendung selbst gewidmet wäre. "Die ist ja nicht tot", sagt Maiwald trocken.

Im Mittelpunkt steht vielmehr das, was die Maus vermittelt und letztlich ausmacht: Erkenntnisgewinn. Aus einem Fundus von über 2500 Sachgeschichten haben Redaktion und Museumsmacher 30 ausgewählt, die sich in Form von nutzbaren Modellen und interaktiven Aufbauten gut darstellen lassen.

Das fängt bei der großen Wasserlandschaft an, in der die kleinen Besucher die Prinzipien von Pumpen und Hebewerken spielend lernen und dabei reichlich nass werden können. Und es endet noch lange nicht beim Weltraumklo, auf dem man den schwerelosen Stuhlgang erlernt, indem man seinen mit einem roten Zielkreuz versehenen Hintern richtig platzieren muss, geleitet von einer Kamera in der Toilette. Keine Frage, das ist Wissenschaft und Technik, die richtig Spaß macht.

Die Maus altert nicht

"Die meisten Fragen", erzählt Maiwald, "kommen von den Kindern selbst. Sachen, auf die man als Erwachsener gar nicht kommt. Und wir überlegen uns dann, wie man das bildlich darstellen kann. Weil so viele Dinge heute geschlossene Apparate sind, Black Boxes, landen wir auch in der Sendung immer wieder beim Modellbau."

Gut angelegtes Geld sei das, sagt Maiwald, auch wenn die Produktionen oft ungewöhnlich aufwendig seien. Dafür könne man sie immer wieder zeigen, die Maus sei quasi zeitlos: "Da kommt ja alle drei Jahre eine neue Zuschauergeneration, für die alles neu ist."

Das "Museum mit der Maus" ist von dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet, an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 19 Uhr. Kinder und Jugendliche zahlen 8 Euro Eintritt, Erwachsene 16 Euro.

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