Seuchenherd Aids kommt aus Kamerun
Dass Aids zunächst unter Schimpansen grassierte und dann auf den Menschen übersprang, war schon lange vermutet worden. Jetzt konnten Forscher das Virus bis zu einer Menschenaffengruppe in Kamerun zurückverfolgen.
Washington - Wie Beatrice Hahn von der Universität von Alabama in Birmingham im Magazin "Science" berichtet, wurde das entsprechende Testverfahren in siebenjähriger Arbeit entwickelt. Nur so sei es möglich gewesen, die genetischen Spuren des Virus zurückzuverfolgen, ohne die gefährdeten Tiere zu beeinträchtigen.
Die Wissenschaftler mussten sich bei ihrer Arbeit durch den dichten Dschungel kämpfen und dort die Exkremente der wilden Affen einsammeln. Insgesamt kamen so 1300 Proben zusammen. Schon länger bekannt ist, dass Affen ihre eigene Version des Aids-Virus haben, das SIV genannt wird (Simian Immunodeficiency Virus). Dieses Virus beeinträchtigt die Schimpansen aber kaum. Die Forscher um Hahn fanden nun eine große genetische Übereinstimmung zwischen dem SIV eines Schimpansenvolkes am Fluss Sanaga im Süden Kameruns und dem unter Menschen verbreiteten HIV-1. "Die genetische Übereinstimmung war beeindruckend", erklärt Hahn.
Der erste bekannte Mensch, der mit HIV infiziert war, war ein Mann aus Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Es wird vermutet, dass ein Mensch in Kamerun von einem Affen gebissen wurde oder dass er beim Schlachten eines Affen mit dessen Blut in Kontakt kam und dass das SIV so auf den Menschen übertragen wurde. Über den Sanaga, der eine wichtige Wasserstraße in dem Gebiet ist, könnte das Virus sich dann ausgebreitet haben.
dab/AP
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