Acht Millionen Hektar abgebrannt Brände in Sibirien verursachen CO2-Rekord

Extreme Trockenheit, Wind und bis zu 37 Grad Hitze fachen die Waldbrände in Sibirien seit Wochen an. Nun berichten Klimaforscher von extremen Emissionswerten.
Rauchwolken steigen aus einem Wald in Jakutsk auf

Rauchwolken steigen aus einem Wald in Jakutsk auf

Foto: DPA

Die russische Wildnis leidet weiter stark unter ungewöhnlich warmem Wetter mit großer Trockenheit und Waldbränden. In Sibirien und im äußersten Osten Russlands sind durch die Feuer seit dem Start der Saison Anfang Mai geschätzt 59 Megatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre geraten.

Das sind sechs Megatonnen mehr als im Juni des Vorjahres, teilten Experten des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus mit. Es seien die höchsten Emissionen, die vom Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst im Laufe seiner 18 Jahre dauernden Tätigkeit innerhalb des nördlichen Polarkreises erfasst wurden.

37 Grad im hohen Norden Russlands

Besonders betroffen waren die Regionen Jakutien und Tschukotka. Zu einem geringen Teil trugen auch Alaska und das Yukon-Territorium zu den hohen Werten bei.

Zudem registrierten die Klimaforscher in Teilen Sibiriens Temperaturen von bis zu zehn Grad über dem Junidurchschnitt. Im Nordosten Russlands etwa verzeichnete Copernicus am 21. Juni einen Temperaturrekord - eine Stunde lang zeigte das Thermometer 37 Grad an.

Im Mittel lagen die Werte für den arktischen Teil Sibiriens nach Angaben der Wissenschaftler fünf Grad über normal und damit mehr als ein Grad über dem bisher wärmsten Junidurchschnitten von 2018 und 2019.

"Was Besorgnis erregt, ist, dass die Arktis sich schneller erwärmt als der Rest der Welt", sagte Carlo Buentempo, der Direktor des Copernicus Climate Change Service beim Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF).

Fläche größer als Bayern abgebrannt

Eine Ursache könnten dauerhaft starke Winde sein. Zudem seien die Schneedecke und die Feuchtigkeit auf Tiefstständen gewesen. Die geringe Feuchtigkeit habe vor allem zu der Vielzahl von Bränden mit Schwerpunkt im Nordosten Sibiriens beigetragen.

Zwar kommt es im russischen Sommer immer wieder zu Bränden. Derzeit ist die Lage aber besonders angespannt - Anfang Juli war eine Fläche von mehr als zwei Millionen Hektar betroffen. Am Dienstag lag der Wert erstmals seit Tagen unter einer Million Hektar.

In sieben Regionen des flächenmäßig größten Landes der Erde galt der Ausnahmezustand. Besonders in entlegenen Regionen, in denen keine Menschen wohnen, verzichten die Behörden aus Kostengründen auf Löscheinsätze. Laut Greenpeace ist im Norden Russlands seit Jahresbeginn insgesamt eine Waldfläche von acht Millionen Hektar abgebrannt, das entspricht eine Fläche, die größer ist als Bayern.

joe/dpa
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