Sieben Jahre umsonst geforscht Putzkolonne schmeißt Echsenmist weg

Sieben Jahre lang sammelte ein Doktorand den Kot eines seltenen Warans. Dann erspähte die Putzkolonne seiner Universität den riechenden Schatz - und warf ihn weg. Demnächst trifft man sich vor Gericht wieder.


Vor 150 Jahren konnte man noch wirklich Großes entdecken, wie etwa Charles Darwin, der 1859 die Evolutionslehre begründete. Heutzutage aber müssen sich Biologen mitunter kleine Nischen suchen, um zu reüssieren. Wie etwa Daniel Bennett. Der britische Doktorand entschloss sich, den Gray-Waran zu seinem Forschungsobjekt zu machen - schließlich ist der Verwandte des Komodo-Warans eines der seltensten Reptilien der Welt.

Sieben Jahre lang stieg Bennett den Echsen auf den Philippinen hinterher und las fleißig deren Kot auf. 35 Kilogramm davon hatte er am Ende in seiner Tasche, die er an seine Universität im englischen Leeds zurückbrachte. Doch der Schatz ist jetzt für immer verloren: Eine übereifrige Reinigungskraft bekam die verdächtige Masse in die Finger und warf sie kurzerhand auf den Müll.

"Ich war völlig fertig", sagte Bennett dem "Times Higher Education"-Magazin. Die Universität hat sich mittlerweile entschuldigt - und dem Doktoranden eine Entschädigung angeboten. 500 Pfund habe man ihm für seine siebenjährige Arbeit offeriert, so Bennett. Das habe er abgelehnt: "Wir sehen uns vor Gericht."

mbe/AP



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