Sondersitzung zum Klimagipfel Nepals Regierung tagt auf Mount Everest

Es war ein Gipfel auf dem Gipfel: Das nepalesische Kabinett hat auf einem Hochplateau des Mount Everest getagt. Mit der spektakulären Aktion will es vor dem Klimagipfel in Kopenhagen auf die fortschreitende Gletscherschmelze im Himalaya aufmerksam machen.

AP

Kalapattar - Auf einem einsamen Hochplateau im Schatten des Mount Everest, dem höchsten Berg der Welt, hat das nepalesische Kabinett am Freitag eine Sitzung abgehalten. Ministerpräsident Madhav Kumar Nepal und 22 Minister wurden zunächst von Ärzten untersucht, bevor sie mit Hubschraubern auf das Kalapattar-Plateau im Himalaya geflogen wurden, wie ein Hubschrauberpilot bestätigte. Einziger Tagesordnungspunkt nach einem traditionellen Sherpa-Gebet war die Abstimmung über die Rede, die der Regierungschef auf dem Uno-Klimagipfel in Kopenhagen halten will, der nächste Woche beginnt.

"Länder, die für den Großteil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, müssen mehr tun, um Klimawandel und globale Erwärmung aufzuhalten", sagte der Ministerpräsident Madhav Kumar Nepal während des halbstündigen Treffens. Die Volksrepublik China und die USA sind nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes für über 40 Prozent der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich.

Mit den Regierungsberatungen in 5262 Metern Höhe wollte die Regierung des Himalaya-Staats auf die Auswirkungen der Erderwärmung aufmerksam machen. Die Gletscher im Himalaya schmelzen. Nach Angaben des Uno-Klimarates könnten sie im Jahr 2035 nur noch ein Fünftel ihrer heutigen Fläche einnehmen. Durch die Schmelze entstehen riesige Gletscherseen, zugleich wird die Wasserversorgung für bis zu 1,3 Milliarden Menschen beeinträchtigt, die in den an den Himalaya angrenzenden Ländern leben. Die Kabinettsberatungen am Mount Everest erinnern an die ebenfalls spektakuläre Unterwasser-Sitzung der Regierung der Malediven am 17. Oktober.

Unter den Industrieländern zählen neben den Vereinigten Staaten nach wie vor Japan, Deutschland, Kanada und Großbritannien zu den größten Emittenten. Die Emissionen pro Einwohner in den USA waren trotz abnehmender Differenz 2007 noch über 16 Mal so hoch wie in Indien. Die Statistik bezieht sich nur auf den CO2-Ausstoß aus energetischer Nutzung. Nicht erfasst wurden klimawirksame Emissionen, wie Methan aus der Landwirtschaft, die in Deutschland insgesamt über zehn Prozent der klimaschädlichen Gase ausmachen.

lub/dpa/AFP



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yubi 28.10.2009
1. Was bringt der Klimagipfel?
Er bringt viel inhaltsloses Geschwätz, vollmundige (und windelweiche) Absichtserklärungen, Forderungen an "die Anderen", endlich auch etwas zu tun (bevor man selber was tut), .... Gut, daß die mal wieder drüber gesprochen haben ..... Ausser Spesen wieder nichts gewesen, und .... dann bis zum nächsten mal.
Maschinchen, 28.10.2009
2.
Bleiben seitens der EU finanzielle Zusagen für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern weiterhin aus, wird es schwer, diese mit ins Boot zu holen. Meiner Ansicht nach ist es ohnehin utopisch, das Zwei-Grad-Ziel noch zu erreichen. Klimaschützer werden sich zunehmend mit dem ungeliebten Wort adaptation anfreunden müssen.
Edgar, 28.10.2009
3.
Wird wohl auf die übliche Verzögerunstaktik hinaus laufen, Aussitzen, bis die Klimahysterie vorbei ist, bis da hin Valium verteilen. Gut so! Wird nämlich trotzdem noch viel zu viel Geld sinnlos verbrannt. Deutschland wird wohl leider wieder als letzter Staat merken, dass die Party vorbei ist, und brav 'Vorbild' spielen.
Internetnutzer 28.10.2009
4. Atomkraft
Alle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung. Bis an die Unterlippe verschuldet wollen sie dann finanzielle Zusagen an Drittländer geben? Und an den ganzen Klimaquatsch glauben die meisten sowieso nicht, es ist aber so spekulativ die Welt zu retten, da muß man doch bei sein. Ein Riesenhumbug, wie im alten Rom: Brot und Spiele. Danach: Außer Spesen nichts gewesen. Ich hatte das schon mal gesagt: Wenn die Malediven wirklich etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann sollen sie ihren Flughafen dicht machen, das wäre ein echtes Zeichen, daß sie verstanden haben.
Maschinchen, 28.10.2009
5.
Zitat von InternetnutzerAlle reisen mit dem Flugzeug an, residieren in klimatisierten Hotels, lssen sich in großen Limousinen zum Tagungsgebaude chaufiieren und reden über CO2 Reuzierung. Bis an die Unterlippe verschuldet wollen sie dann finanzielle Zusagen an Drittländer geben? Und an den ganzen Klimaquatsch glauben die meisten sowieso nicht, es ist aber so spekulativ die Welt zu retten, da muß man doch bei sein. Ein Riesenhumbug, wie im alten Rom: Brot und Spiele. Danach: Außer Spesen nichts gewesen. Ich hatte das schon mal gesagt: Wenn die Malediven wirklich etwas für den Klimaschutz tun wollen, dann sollen sie ihren Flughafen dicht machen, das wäre ein echtes Zeichen, daß sie verstanden haben.
Nun, was schlagen Sie vor? Anreise im Schlauchboot, Übernachtung auf dem Campingplatz?
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