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16. September 2011, 11:12 Uhr

Spektakulärer Fund

Bernstein bewahrte Federn aus der Urzeit

Erstaunlich gut erhalten: In Bernstein eingeschlossene Federn von Vögeln oder Dinosauriern bieten Forschern einen faszinierenden Einblick in die Kreidezeit. Besonders erstaunt sind die Wissenschaftler von den Pigmentzellen, die nahezu unzerstört waren - und die Farbe des Urfederkleids verraten.

Washington - Golden glitzert der Bernstein, darin eingeschlossen findet sich oft so mancher Schatz von unvorstellbar großem Wert. So wie jener Fund, den jetzt Forscher im westlichen Kanada gemacht haben: Sie entdeckten Bernstein mit Federn darin. Diese stammen von modernen Vögeln - sowie wahrscheinlich von Dinosauriern aus der späten Kreidezeit.

Die Paläontologen sind begeistert: Die Struktur, Funktion und sogar Farbe der Federn von Dinosauriern und frühen Vögeln vor 70 bis 85 Millionen Jahren ließen sich durch diesen Fund ungewöhnlich gut untersuchen, schreiben Ryan McKellar von der University of Alberta und seine Kollegen im US-Fachjournal "Science".

Die meisten Funde früher Federn sind sehr kohlenstoffhaltige Verdichtungen, bei denen feine strukturelle Federdetails verlorengegangen sind. "Bernstein dagegen erhält die Struktur und Färbung der Federn in unvergleichlichem Detail. Deshalb liefern diese Federn neue Erkenntnisse über die Evolution von Federn", schreiben die Autoren.

Feder-Allerlei

Verschiedene Phasen der Federentwicklung seien anhand der Fossilien nachzuvollziehen. Es gebe einerseits die primitiven Urfedern mit einem einzigen Federschaft ohne weitere Federäste, die stark denen von nichtfliegenden Dinosauriern ähnelten. Andererseits seien auch sehr viel komplexere, moderne Federn mit mehreren Verästelungen erhalten, mit denen die Tiere sowohl fliegen als auch tauchen konnten. Diese Federn ordnen die Forscher spätkreidezeitlichen Vögeln zu. Sie seien vergleichbar mit den Federn heutiger Tauchvögel wie den Lappentauchern.

Die Bernstein-Federn lassen sogar Rückschlüsse auf die Farbe der Dinosaurier und frühen Vögel zu. Die erhaltenen Pigmentzellen deuteten darauf hin, dass die Federn der Tiere transparent, gefleckt und diffus gefärbt waren - wie die der heutigen Vögel auch.

Kürzlich war es Wissenschaftlern aus Stanford ebenfalls gelungen, mit einer speziellen Röntgentechnik Pigmente aus Urfedern chemisch zu rekonstruieren.Welche Federn des Fundes zu Dinosauriern gehörten und welche zu Vögeln, sei noch nicht abschließend geklärt, schreiben die Forscher. Einige der Strukturen in den Urfedern seien denen anderer nichtfliegender Dinosaurier-Fossilien aber sehr ähnlich.

Generell deute dieser Fund darauf hin, dass die moderne Entwicklung der Federn schon stattgefunden habe, bevor die nichtfliegenden Dinosaurier ausgestorben seien.

cib/dpa

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