Bestäubung Hummeln mögen das Stadtleben

Städte bieten Insekten bessere Bedingungen als landwirtschaftliche Felder und Wiesen. Die Pflanzenvielfalt zwischen Häusern ist größer, zeigen Experimente.
Hummel auf Nektarsuche

Hummel auf Nektarsuche

Foto: Boris Roessler/ dpa

Hummeln bestäuben Pflanzen in der Stadt häufiger als auf dem Land. Gleichzeitig sind die Insekten in urbanen Gebieten öfter von bestimmten Parasiten befallen, die ihr Leben verkürzen können, berichten Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) im Fachjournal "Proceedings of the Royal Society B" .

Sie beobachteten vier Pflanzenarten an neun Orten in und um Halle/Saale. Die Pflanzen waren in einem Gewächshaus gezüchtet worden und hatten dabei keinen Kontakt mit Bienen oder anderen Bestäubern. Während der Blütezeit dokumentierten die Forscher, welche Insekten die Pflanzen wie oft besuchten. Zudem fingen sie Hummeln ein und untersuchten sie auf Parasiten.

Das Ergebnis: Innerhalb der Stadt wurden die Pflanzen häufiger von Insekten, besonders Hummeln, bestäubt als auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Dass die Hummeln auch mehr Parasiten in sich trugen, sehen die Forscher ohne Besorgnis, diese seien schließlich ein normaler Bestandteil der natürlichen Ökosysteme. Die Hummeln bestäubten deshalb nicht schlechter.

"Schlechte Bedingungen in landwirtschaftlichen Gebieten"

"Die Studie zeigt auch sehr anschaulich, wie schlecht die Bedingungen für Wildbienen und die von ihnen bestäubten Pflanzen in modernen landwirtschaftlich genutzten Gebieten sind", sagte Biologe Robert Paxton von der MLU, der zusammen mit Kollegen der MLU, vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) die Studie durchführte.

Innerhalb der Städte hingegen züchteten die Menschen etwa Blumen; die Vielfalt der Vegetation sei dort größer. Das mache die Städte attraktiver für die Hummeln.

Die Forscher aus Halle wollen nun auch der Frage nachgehen, ob sich die Ergebnisse zum Parasitenbefall bei Hummeln auf Wild- und Honigbienen übertragen lassen.

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boj/dpa
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