Fund im Steinbruch Erstmals Nagetierchen aus der Kreidezeit in Deutschland nachgewiesen

Forscher haben zwei neue Arten entdeckt: Die kleinen Nagetierchen lebten zur Zeit der Dinosaurier auf dem Gebiet des heutigen Sauerlands.
Zwei neue Spezies: Die Arten lebten zu Zeiten der Dinosaurier

Zwei neue Spezies: Die Arten lebten zu Zeiten der Dinosaurier

Foto: LWL / Sibbick

Wissenschaftler haben bei der Auswertung von Fossilienfunden aus dem Sauerland in Deutschland erstmals rund 125 Millionen Jahre alte Nagetierchen nachgewiesen. Gleich zwei neue Arten aus der Kreidezeit konnte das Forscherteam anhand von Analysen winziger Zähnchen beschreiben, teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Mittwoch mit .

»Bructerodon alatus« und »Cheruscodon balvensis« gehören den Angaben zufolge zur Gruppe der sogenannten Multituberculata, die auch die Nagetiere des Erdmittelalters genannt werden. Zwar seien die Tierchen nicht direkt mit den heutigen Nagern verwandt, ähnelten diesen aber, schreiben die Forscher im Fachmagazin »Cretaceous Research« .

Auffällige Unterkieferschneidezähne

Vertreter der neu entdeckten Spezies waren in etwa so groß wie Mäuse oder Ratten. Sie gehörten zu den Säugetieren und ernährten sich von Pflanzen. Auffällig sind die beiden stark nach vorne geneigten Unterkieferschneidezähne.

Mini-Zähnchen: erster Nachweis von Säugetieren aus dem Erdmittelalter in Nordrhein-Westfalen

Mini-Zähnchen: erster Nachweis von Säugetieren aus dem Erdmittelalter in Nordrhein-Westfalen

Foto: Achim Schwermann / LWL

Die Tierchen sind Bestandteil eines größeren Fundes, den Forscher unter Leitung der LWL-Paläontologen seit 2002 in einem Steinbruch bei Balve im Hönnetal gemacht haben, und der nun genauer analysiert wurde. Gemeinsam mit Forschern der Universität Bonn hatten die LWL-Experten 3D-Scans der entdeckten, nur etwa zwei Millimeter großen fossilen Zähnchen angefertigt, um deren Struktur zu analysieren.

Die Nagetierchen seien im Zeitalter der Dinosaurier zwar durchaus häufig gewesen, hieß es. Dennoch seien Deutschland und Großbritannien die einzigen Länder in ganz Europa, in denen Stücke eines Kieferfragmentes eines Vertreters der Multituberculata aus der frühen Kreidezeit gefunden wurden.

Das Problem: Die Skelettfragmente seien sehr klein. Forscher müssten sie in zeitintensiver Arbeit wie beim Goldwaschen mit Sieben aus den Gesteinsproben schlämmen, berichtet das Team. Oft fallen die fossilen Überreste beim industriellen Abbau von Gestein in Steinbrüchen erst gar nicht auf (mehr dazu lesen Sie hier ).

jme/dpa
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