Theorie zum Aussterben Steinzeitmensch könnte Höhlenlöwen ausgerottet haben

Vor rund 14.000 Jahren ist der Höhlenlöwe ausgestorben. Warum, wussten Forscher bisher nicht. Nach Funden in einer spanischen Höhle haben sie nun eine Theorie.
Blick in die La-Garma-Höhle im Norden Spaniens

Blick in die La-Garma-Höhle im Norden Spaniens

Foto: DPA/ Pedro Saura

Es könnte eines der frühen Beispiele dafür sein, die einmal mehr belegen: Der aggressivste Räuber von allen ist immer noch der Mensch. Das Verhalten unserer Spezies ist in diesem Fall wohl dem sogenannten Höhlenlöwen zum Verhängnis geworden. Die Tiere sind vor rund 14.000 Jahren ausgestorben. Und wie es aussieht, hat der Mensch dabei seine Finger ganz entscheidend mit im Spiel gehabt.

Denn das Tier wurde vor allem wegen seines Fells gejagt - das hat die Art so sehr dezimiert, dass sie nicht überleben konnte, schreiben Forscher in einer Studie im Magazin "PLOS ONE".  Für die Studie untersuchten Wissenschaftler um Marián Cueto von der Universität Cantabria Zehenglieder eines Löwen, die in der Höhle La Garma im Norden Spaniens gefunden worden waren.

Die Knochen weisen der Studie zufolge Kerben auf, die mit einer bestimmten Technik erzeugt wurden. Dieses Verfahren nutzten demnach später auch moderne Jäger beim Häuten ihrer Beute, insbesondere wenn sie die Krallen am Fell gelassen hätten. Die Forscher vermuten, dass das Löwenfell möglicherweise auf den Boden der Höhle gelegt wurde. Es könne auch zu rituellen Zwecken genutzt worden seien.

Ein eindeutiger Beweis fehlt

Der eurasische Höhlenlöwe (Panthera spelaea) gehört zu den größten Löwen, die je gelebt haben. Er starb je nach Angaben vor rund 14.000 bis 12.000 Jahren aus bislang ungeklärter Ursache aus. Von den Steinzeitmenschen während des Oberen Jungpaläolithikums wusste man bislang nur, dass sie kleinere Tiere jagten. Archäologische Hinweise darauf, dass sie auch Löwen erlegten, waren bislang gering.

Doch die Forscher sind vorsichtig: Die Analyse sei kein eindeutiger Beweis dafür, dass die Menschen des Oberen Jungpaläolithikums Löwen aufgrund ihre Felle gejagt hätten. Die Autoren spekulieren dennoch, "die menschliche Jagd nach Höhlenlöwen und deren Fell - vielleicht als Teil ritueller Handlungen - könnte ein Faktor beim Aussterben des Tieres gewesen sein".

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joe/dpa