Studie Umweltbundesamt prophezeit gewaltige Klimaschutz-Kosten

Der Klimaschutz kommt womöglich weit teurer als bisher vermutet. Nach Berechnungen des Umweltbundesamts müssen die Deutschen ab 2020 rund elf Milliarden Euro pro Jahr aufwenden. Die Experten empfehlen, Vergünstigungen für Bauherren und Autofahrer radikal abzubauen.


Dass der Klimaschutz nicht nur aus guten Absichten besteht, hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten immer deutlicher herauskristallisiert. Den Anfang machte der "Stern-Report" der britischen Regierung, der die Folgen der globalen Erwärmung für die Weltwirtschaft in erschreckende Zahlen fasste. Seitdem werden immer mehr Studien über die Kosten des Klimawandels veröffentlicht.

Schornstein eines Heizkraftwerks: Senkung des CO2-Ausstoßes wird Deutsche riesige Summen kosten
DPA

Schornstein eines Heizkraftwerks: Senkung des CO2-Ausstoßes wird Deutsche riesige Summen kosten

Jetzt präsentiert das Umweltbundesamt (UBA) den Deutschen eine horrende Rechnung. Nach Informationen des SPIEGEL besagt die 70 Seiten starke Analyse, dass die Bürger in fast allen Bereichen mit zusätzlichen Kosten rechnen müssen. Die Experten raten der Bundesregierung zu zahlreichen drastischen Maßnahmen, um die Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 wie geplant um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Dazu sollte etwa Bauherren die staatliche Förderung gekappt werden. "Abzuschaffen sind die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage für Bausparverträge", heißt es in dem Papier. "Auch sollten keine neuen, undifferenzierten Subventionen für Wohnungsneubau entstehen, zum Beispiel in Form einer pauschalen Förderung selbstgenutzten Wohneigentums im Zuge der Riester-Rente."

Zudem empfehlen die Fachleute, Besitzer von unsanierten Immobilien durch drastisch höhere Energiesteuern zu bestrafen. Gewaltige Belastungen drohen auch Auto- und Lastwagenbesitzern: "Deutschland muss im Verkehrssektor entschieden umsteuern", fordert das Umweltbundesamt. So soll die Maut für Lastfahrzeuge auf alle Bundesfernstraßen ausgedehnt und gleichzeitig kräftig angehoben werden. Zugleich wird die Verteuerung von Diesel und eine Umstellung der Kfz-Steuer auf Schadstoffausstoß empfohlen.

Erst vergangene Woche hatte das Umweltbundesamt die in Deutschland notwendigen Investitionen in Klimaschutz-Maßnahmen auf vier Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Die Gesamtkosten des Klimawandels bis zum Jahr 2100 dürften aber bei weitem höher liegen: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht von rund drei Billionen Euro aus. Allerdings glauben Ökonomen auch, dass die Entwicklung neuer Technologien zum Klimaschutz der Wirtschaft große Wachstumsimpulse geben kann. Umfragen unter Verbrauchern stärken diese Hoffnung.

mbe

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