Sturmprognose Forscher warnen vor turbulenter Hurrikansaison

Wenn sich die Wassermassen des tropischen Atlantiks aufheizen, können schnell Wirbelstürme entstehen. US-Forscher glauben, dass die diesjährige Hurrikansaison überdurchschnittlich viele Stürme bringen wird.

Colorado - Es ist wieder soweit: Vor wenigen Tagen hat im Atlantik die Hurrikansaison begonnen. Die Wassermassen des Ozeans heizen sich wie jeden Sommer auf, in der Folge steigt die Gefahr von Wirbelstürmen.

Zwei Forscher von der Colorado State University, Phil Klotzbach und William Gray, haben nun eine Prognose für dieses Jahr  vorgestellt - und rechnen bis zum Ende der Hurrikanperiode am 30. November mit einer turbulenten Zeit: Acht Hurrikane, vier von ihnen besonders schwer, sehen die Wissenschaftler voraus. Die US-Wetterbehörde NOOA schätzt die Lage ähnlich ein. Hier gehen die Experten von sechs bis neun Hurrikanen in diesem Jahr aus.

"Die Bedingungen im tropischen Teil des Atlantiks sind günstig für eine aktive Hurrikan-Saison", sagt Phil Klotzbach: vergleichsweise hohe Wassertemperaturen in Äquatornähe bei einem gleichzeitig relativ niedrigem Luftdruck auf Höhe des Meerespiegels. Dazu kämen nur wenige vertikale Scherwinde, die die Hurrikanbildung stören könnten.

Im vergangenen Jahr hatten die Forscher einige Stürme mehr vorhergesagt, als dann tatsächlich aufgetaucht waren: Von neun prognostizierten Hurrikanen, fünf von ihnen besonders schwer, waren in der Realität dann sechs entstanden, zwei von besonders schwer. In diesem Jahr soll ein neues Vorhersagemodell präzisere Ergebnisse liefern, versprechen die Forscher.

Nach ihren Berechnungen beträgt die Chance, dass einer der mächtigen Stürme auch die US-Küste erreichen wird, in diesem Jahr 69 Prozent. Der langjährige Schnitt liegt nur bei einer Wahrscheinlichkeit von 52 Prozent. Die vergangenen beiden Hurrikanperioden waren vergleichsweise ruhig geblieben - im Gegensatz zum Jahr 2005, als die Stürme "Dennis", "Katrina", "Rita" und "Wilma" für massive Verwüstungen gesorgt hatten.

Seit Jahren befassen sich Atmosphärenforscher mit der Frage, ob der Klimawandel Zahl und Stärke von Wirbelstürmen über dem Atlantik verstärkt oder nicht. Zuletzt war eine Simulation des Forschers Tom Knutson von der US-Wetterbehörde NOAA zu dem Ergebnis gekommen, dass die Zahl der Stürme in den USA durch den Klimawandel um bis zu 30 Prozent zurückgehen könnte, und zwar bis zum Jahr 2100. Allerdings hatten andere Wissenschaftlerkollegen Knutsons Schlussfolgerungen als "nachweisbar falsch" kritisiert.

chs/AP

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