Berühmte Pyramiden betroffen Nil-Hochwasser bedroht Kulturstätte im Sudan

Fast 100 Menschen sind bei einem Hochwasser im Sudan ums Leben gekommen. Die Regierung rief den Notstand aus. Nun könnten auch die 2000 Jahre alten Pyramiden von Meroe den Wassermassen zum Opfer fallen.
Pyramiden von Meroe in der Wüste Sudans

Pyramiden von Meroe in der Wüste Sudans

Foto: alimdi / imago images

Ein Hochwasser am Nil bedroht die rund 2000 Jahre alte archäologische Stätte im Sudan, zu der auch die berühmten Pyramiden von Meroe zählen. Mit Sandsäcken und Pumpen wollen Helfer nun verhindern, dass die Ruinen der einstigen Hauptstadt des Königreichs Kusch beschädigt werden, berichtete der Leiter der von der Regierung beschäftigten französischen Archäologen, Marc Maillot.

Das Hochwasser hat an vielen Stellen Chaos angerichtet

Das Hochwasser hat an vielen Stellen Chaos angerichtet

Foto: Marwan Ali / AP

Das Nil-Hochwasser habe in diesem Jahr einen außergewöhnlich hohen Stand erreicht, sagte Maillot. "Derzeit ist die Lage unter Kontrolle, aber wenn der Pegel weiter steigt, reichen die Schutzmaßnahmen nicht aus." Nach seinen Angaben ist die rund 200 Kilometer nördlich von Khartum gelegene Stätte normalerweise einen halben Kilometer vom Fluss entfernt.

Fast 100 Tote - Regierung ruft Notstand aus

Nach Rekordüberschwemmungen mit fast hundert Toten hatte die sudanesische Regierung vergangene Woche einen landesweiten dreimonatigen Notstand ausgerufen. Nach Angaben der Behörden erreichte der Blaue Nil, der in der Hauptstadt mit dem Weißen Nil zusammenfließt, den höchsten Pegel seit Beginn der Aufzeichnungen vor über einem Jahrhundert. Maillot zufolge sind auch andere antike Stätten von den Überschwemmungen bedroht.

Die früheren Zivilisationen im Sudan haben mehr Pyramiden gebaut als die Ägypter, doch viele von ihnen sind bis heute unerforscht. Das meroitische Reich Kusch bestand vom Jahr 350 vor Christi bis zum Jahr 350 nach Christi Geburt.

In Afrika sind immer wieder antike Stätten von Hochwassern bedroht. Doch auch in Europa droht kulturelles Erbe im Wasser zu versinken. Wissenschaftler haben bereits 2018 in einer Studie gezeigt, dass Dutzende Unesco-Welterbestätten am Mittelmeer langfristig verschwinden könnten. Viele Touristenattraktionen vor allem in Italien, Kroatien und Griechenland seien betroffen. Demnach zählen unter anderem die Lagune von Venedig, die Renaissancestadt Ferrara im Po-Delta und die Basilika von Aquileia dazu.

bam/AFP
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