Südafrika Wilderer erschießen fast 200 Nashörner

Die illegale Jagd auf Nashörner in Südafrika nimmt rapide zu. Allein in diesem Jahr haben Wilderer fast 200 Tiere getötet. Artenschützer sprechen von organisierter Kriminalität - und führen die Entwicklung auf die erhöhte Nachfrage aus Asien zurück.

Totes Nashorn in Afrika: In diesem Jahr schon fast 200 Fälle von Wilderei
AFP/ South African National Parks

Totes Nashorn in Afrika: In diesem Jahr schon fast 200 Fälle von Wilderei


Die gute Nachricht: Die Bestände bedrohter Tierarten haben sich in Südafrika in den vergangenen Jahren gut erholt. Die schlechte Nachricht: Das Land zieht auf diese Weise schwer bewaffnete Wildererbanden an. Sie haben allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 193 Nashörner getötet, berichtet die Umweltschutzorganisation WWF. Davon seien 126 im berühmten Krüger-Nationalpark ums Leben gekommen.

Die Wilderei werde fast ausnahmslos von "professionellen Kriminellen" betrieben, die auch mit Helikoptern und Automatikwaffen auf die illegale Jagd gingen, erklärte WWF-Experte Joseph Okori. "Südafrika kämpft einen Krieg gegen das organisierte Verbrechen, das die herausragenden Erfolge der Tierschutz-Bemühungen der vergangenen hundert Jahre gefährdet."

Rund 70 Prozent aller Nashörner leben in Südafrika. Im vergangenen Jahr wurde in dem Land eine Rekordzahl von 333 Nashörnern getötet, dreimal so viele wie 2009 und mehr als 25-mal so viele wie 2007. Experten führten den Anstieg auf eine erhöhte Nachfrage in der asiatischen Mittelklasse zurück, wo das Horn der Tiere als Medizin verwendet wird - und deshalb enorme Preise erzielt.

Seit diesem Jahr patrouilliert die Armee im Krüger-Nationalpark, um Wilderer abzuschrecken. 123 Verdächtige wurden 2011 bereits festgenommen, sechs von ihnen verurteilt. Im Februar dieses Jahres gab es dabei Tote: Ranger haben bei zwei Schusswechseln vier mutmaßliche Wilderer getötet. Inzwischen gehen Artenschützer auch dazu über, den Nashörnern die Hörner abzusägen, um sie vor der Wilderei zu schützen.

mbe/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.