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Entdeckung im Atlantik: Hochgebirge unter Wasser

Foto: Scripps Institution of Oceanography / UC San Diego

Südatlantik Forscher finden alpenhohes Unterwasser-Gebirge

Südwestlich von Südafrika haben Meereskundler ein riesiges Unterwasser-Gebirge aufgespürt. Seine Gipfel ragen so hoch wie die Alpen. Neben extremen Steilwänden stehen abrasierte Vulkane. Schlechtes Wetter führte die Forscher zufällig in die Gegend.

Im Südatlantik haben Wissenschaftler an Bord des Forschungsschiffs "Melville" ein riesiges Hochgebirge kartiert. Der größte Berg ragt fast 5000 Meter über den Meeresgrund, er ist in etwa so hoch wie der Mont Blanc, der höchste Berg der Alpen. Doch an der Meeresoberfläche ist nichts zu sehen. Immerhin: Einer der nun gefundenen Gipfel ragt bis 500 Meter unter die Wasseroberfläche. Auch die Ausdehnung der einzelnen Massive ist erstaunlich: Ein Berg erstreckt sich über 140 Kilometer.

Satellitenmessungen hatten bereits gezeigt, dass sich in der Region etwa 2000 Kilometer südwestlich von Südafrika hohe Unterseemassive befinden. Doch erst die "Melville"-Expedition zeigt nun die genaue Gestalt der Gebirgskette. Mit Schallwellen haben die Naturkundler den Meeresgrund abgetastet. "Manche Berge sind extrem steil", berichtet der Geophysiker J. J. Becker, von der Scripps Institution of Oceanography in San Diego (US-Bundesstaat Kalifornien). Der Blick auf den Tiefenmesser sei aufregend gewesen: "In wenigen Minuten fielen die Felswände um 2500 Meter ab."

Einen Teil der Gebirgskette entdeckten die Forscher nach eigenen Angaben durch Zufall. Schlechtes Wetter zwang sie, ihren Kurs auf dem Weg von Südafrika nach Chile zu ändern. "Die Expedition ist ein gutes Beispiel, wie Entdeckergeist und Glück zu Erfolg führen kann", sagt Scripps-Forscher Bruce Appelgate. Eine Reihe sogenannter Guyots wurde auf der Ausweichroute entdeckt. Guyots sind erloschene Vulkane, denen das Wasser über Jahrmillionen die Kegel abrasiert hat.

Die Entdeckung solle Beispiel geben für künftige Exkursionen, meint Appelgate: Abseits der üblichen Routen der Forschungsschiffe gebe es wahrscheinlich noch Tausende unentdeckter Berge. "Satelliten haben etwa 13.000 Unterseeberge identifiziert, aber es gibt wahrscheinlich mehr als 100.000." Tiefseegebirge sind weitgehend unerforscht, sie beheimaten jedoch viele Naturwunder und Bodenschätze. Neben Wissenschaftlern interessieren sich auch Naturschützer und die Industrie für die Gebirgsmassive.

boj
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