Letztes Sumatra-Nashornmännchen gestorben Malaysia trauert um Tam

Es war altersschwach, Leber und Nieren funktionierten nicht mehr richtig - nun ist Malaysias letztes Sumatra-Nashornmännchen gestorben. Weltweit leben nur noch weniger als hundert Exemplare der bedrohten Tiere.
Das Sumatra-Nashorn Tam (Archivbild)

Das Sumatra-Nashorn Tam (Archivbild)

Foto: Borneo Rhino Alliance / dpa

Malaysia trauert um sein letztes männliches Sumatra-Nashorn. Das etwa 35 Jahre alte Tier namens Tam starb am Montag nach längerem Siechtum in einem Reservat auf der Insel Borneo.

Die Tierschutzorganisation Borneo Rhino Alliance vermutet, dass infolge einer generellen Altersschwäche zuletzt Leber und Nieren kaum noch funktionierten. Die Organisation hatte bereits vor einigen Tagen auf den kritischen Zustand des Tieres hingewiesen: "Wir glauben nicht, dass es noch lange am Leben sein wird. Das ist eher eine Sache von Tagen als von Wochen."

Tam war 2008 in eine Falle von Wilderern geraten und anschließend in Gefangenschaft gesundgepflegt worden. Nun ist er tot. In dem Alter ist das nicht ungewöhnlich, normalerweise werden Sumatra-Nashörner zwischen 35 und 40 Jahre alt.

In Malaysia gibt es damit nur noch ein einziges Sumatra-Nashorn, ein weibliches Tier namens Iman. Zwischenzeitlich hatten Tierschützer erfolglos versucht, Tam mit zwei anderen weiblichen Tieren zusammenzubringen, damit es Nachwuchs gibt. Die beiden damals beteiligten Rhino-Damen sind schon länger tot.

Sumatra-Nashörner - die trotz des Namens nicht nur auf der Insel Sumatra leben - sind vom Aussterben bedroht. Viele Tiere wurden wegen ihres Horns, dem alle möglichen Eigenschaften zugeschrieben werden, Opfer von Wilderern.

"Letzte Hoffnung für die Sumatra-Nashörner"

Experten schätzen, dass es auf den Inseln Sumatra und Borneo inzwischen nur noch weniger als hundert Exemplare gibt. "Indonesien wird zur letzten Hoffnung für die Sumatra-Nashörner. Doch Wilderei und vor allem Lebensraumzerstörung bedrohen die Tiere", so Michael Zika von der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland.

Die indonesische Regierung hat ein nationales Rettungsprogramm für die Tiere aufgelegt, an dem neben dem WWF und der der International Rhino Foundation auch die Weltnaturschutzunion IUCN, National Geographic und die Global Wildlife Conservation mitarbeiten. In seltenen Fällen ist es gelungen, dass die Tiere auf einer Nashorn-Station auch Nachwuchs bekommen.

chs/dpa
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