Haie, Elefanten, Seegurken Globale Konferenz einigt sich auf besseren Schutz von Hunderten Tierarten

In Zukunft ist der Handel mit fast 500 weiteren Tierarten stark eingeschränkt oder verboten – besonders Haie profitieren. Das ist das Ergebnis des Cites-Artengipfels. Wildtierverbände sind erleichtert.
Ein Tourist macht ein Foto von einem Hai im Aquarium Sydney

Ein Tourist macht ein Foto von einem Hai im Aquarium Sydney

Foto: © David Gray / Reuters/ REUTERS

Zwei Wochen lang haben die Vertreterinnen und Vertreter von 184 Staaten auf der Weltartenkonferenz Cites in Panama diskutiert – künftig sollen nun mehr als 470 wild lebende Arten besser geschützt sein. Vor allem der Handel mit Haien soll strenger kontrolliert werden. Das geht aus dem verabschiedeten Schutzpaket für Tiere und Pflanzen hervor.

Die Cites-Konvention ist ein fast 50 Jahre altes Abkommen, das den globalen Handel mit gefährdeten Arten regelt. Tier- und Pflanzenarten werden in unterschiedlich strenge Schutzkategorien eingeteilt, um ihr Überleben in der Natur zu sichern. Der Handel wird dann entweder strikt reguliert oder völlig verboten. Mehr als 38.000 Tier- und Pflanzenarten sind bereits gelistet.

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»Besonders für Meerestiere war die Konferenz ein voller Erfolg«, teilte die Umweltstiftung WWF  mit. Luke Warwick von der Nichtregierungsorganisation Wildlife Conservation Society (WCS) sagte : »Dies wird als Tag in die Geschichte eingehen, an dem wir das Ruder herumgerissen haben, um das Aussterben der Haie und Rochen auf der Welt zu verhindern«. Entscheidend sei nun die Umsetzung.

Die wichtigsten Entscheidungen der Konferenz in Panama sind:

  • Haie und Rochen: Tierschützer begrüßten diese Entscheidung als historisch – der Handel mit rund 100 Hai- und Rochenarten wird schärfer kontrolliert. Neu geschützt wurden 54 Grundhaiarten, sechs kleine Hammerhaiarten und 37 kleine Geigenrochenarten. Dadurch werden künftig 90 Prozent der wegen ihrer Flossen und ihres Fleisches gehandelten Arten unter Schutz stehen. Bisher war nur ein Viertel davon geschützt, vor allem größere Arten.

  • Elefanten: Im Streit um Elefanten bleibt alles beim Alten. Wichtigster Punkt für Naturschützer: Das globale Handelsverbot von Elfenbein wurde bestätigt. Ein Antrag auf einen strengeren Schutz für Elefanten aus dem südlichen Afrika wurde abgelehnt. Davon war die Organisation Pro Wildlife enttäuscht.

  • Exotische Tiere: Frösche, Schildkröten und Echsen kamen auch unter den Schutzschirm von Cites. Für gut 30 Reptilien- und 160 Amphibienarten wurde der globale Handel eingeschränkt oder sogar verboten. Insbesondere die schärfere Überwachung bei 158 Glasfrösche-Arten wird nach Ansicht des internationalen Tierschutzfonds Ifaw entscheidend sein, um den schnell wachsenden Handel mit exotischen Haustieren einzudämmen.

  • Nashörner: Der Handel mit Nashorn-Horn bleibt verboten. Außerdem wird Namibia künftig lebende Tiere zu Naturschutzzwecken innerhalb des Verbreitungsgebiets in Afrika verkaufen dürfen. Für Pro Wildlife wurde dadurch der Nashornschutz in Namibia geschwächt. Nach Ansicht des WWF hingegen kann die Entscheidung den schwächelnden Populationen auf dem ganzen Kontinent zugutekommen.

  • Seegurken: Alle drei Seegurkenarten der Gattung Thelenota aus dem indopazifischen Raum wurden geschützt. Sie dürfen nun nur noch gehandelt werden, wenn ihr Überleben in der Natur gesichert ist. Dieser Beschluss ermögliche den nachhaltigen Handel und sichere gleichzeitig die biologische Vielfalt der Meere, teilte der Ifaw mit. Laut Experten gibt es mehr als 1200 Arten dieser Tiere, nur vier davon waren bereits gelistet.

Tierschutzorganisationen zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen. »Die Regierungen auf der Cites-Konferenz haben gezeigt, dass sie beginnen zu begreifen, welche Anstrengungen erforderlich sind, um die Krise der Natur zu bewältigen«, teilte der Internationale Tierschutzfonds Ifaw mit. Daniela Freyer von Pro Wildlife sagte: »Wir sind erleichtert, dass Cites ein so deutliches Zeichen gegen die Plünderung der Artenvielfalt gesetzt hat.«

kko/dpa/AFP
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