Tiertransporte EU will umstrittene Subventionen streichen

Die EU will Tierquälerei nicht länger subventionieren. Ein Brüsseler Ausschuss hat jetzt das Aus der umstrittenen EU-Subventionen für Schlachttiertransporte beschlossen. Der Tierschutzbund spricht von einem Riesenerfolg.

Berlin - Nach Angaben des deutschen Tierschutzbundes werden jedes Jahr allein mehr als 200.000 Rinder unter "unsäglichen Bedingungen" von EU-Staaten bis in den Nahen Osten transportiert. Dafür kassieren die europäischen Exporteure bisher Hilfen der EU. Der Tierschutzbund sprach von einem "Riesenerfolg". Auch Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich für die Abschaffung der Subventionen eingesetzt.

Der Tierschutzbund begrüßte das Ende der "Qualsubventionen". "Die Nutznießer des blutigen Geschäfts mit Schlachttieren werden zukünftig keine Profite mehr auf dem Rücken der Tiere machen können", sagte Präsident Wolfgang Apel. Nach Angaben des Vereins ist Deutschland einer der Hauptbeteiligten an diesem Geschäft. Auch Exporteure aus Frankreich und Irland profitieren massiv von den Subventionen. Im laufenden Jahr stellte die EU rund 77 Millionen Euro für die Ausfuhrerstattungen bereit. Pro Rind kassierten die Exporteure im Schnitt 231 Euro.

Seehofers Ministerium unterstrich, die Abschaffung der Exporterstattungen sei "der einzig richtige und logisch konsequente Schritt, um zu einer wirklichen Verbesserung für den Tierschutz zu Kommen". Nun liegt die Sache bei EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer-Boel. Das Verbot der Subventionen geht auf ihre Initiative zurück. Fischer-Boel kann nun ohne die Zustimmung der EU-Regierungen das Aus verhängen.

Die Ausfuhr von Zuchttieren will die EU auch weiter subventionieren. Allerdings werden diese laut dem Bundeslandwirtschaftsministerium "in einem viel geringeren Umfang und unter sehr viel besseren Bedingungen exportiert".

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