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Zwergwespen: Tinker Bells Verwandtschaft

Foto: John T. Huber

Mini-Insekten entdeckt Die todbringende Tinker Bell

Nur einen Viertelmillimeter groß werden die Tierchen, die Insektenforscher im Urwald von Costa Rica entdeckt haben - und sie haben sogar noch kleinere Verwandtschaft. Trotz ihres zauberhaften Namens haben die Parasiten einen schaurigen Lebenswandel.

Winzig ist sie - das verbindet Tinkerbella nana mit ihrer Namensgeberin, der Fee Tinker Bell (Glöckchen) aus Peter Pan. Und fliegen können beide. Da enden allerdings die Parallelen. Denn die nun entdecke Insektenart regt im Gegensatz zu Peter Pans Begleiterin trotz ihrer Winzigkeit zum Gruseln an. Denn die Tierchen sind Parasiten, die ihre Opfer von innen heraus verspeisen.

Weniger als 250 Mikrometer messen die Insekten, die Forscher im Regenwald von Costa Rica entdeckt haben und nun im "Journal of Hymenoptera Research"  wissenschaftlich beschreiben. Um die Tierchen zu finden, sammelten sie systematisch Blattwerk, das dann später im Labor durchsucht wurde. Ein zufälliger Blick reicht bei diesen Größenordnungen ja nicht.

Die gesamte Insekten-Familie, zu der Tinkerbella gehört, zeichnet sich nicht gerade durch Größe aus. Ausgewachsene Weibchen der Art Kikiki huna, die die Forscher ebenfalls in Costa Rica gefunden haben, werden zum Teil nur 158 Mikrometer (0,158 Millimeter) lang. Folglich sind diese Insekten auch als Zwergwespen (Mymaridae) in die Wissenschaftsliteratur eingegangen. Im Englischen bleibt der Familienname dichter bei Tinker Bell, sie heißen dort Fairyflies: Feenfliegen.

Wie klein kann ein Insekt sein?

In ihrem Fachartikel zu den neu entdeckten Tierchen machen sich John Huber von Natural Resources Canada und John Noyes vom Natural History Museum in London auch Gedanken darüber, wie klein ein ausgewachsenes Insekt eigentlich sein kann.

Die Zwergwespen bringen da schon mal einen Vorteil mit: Im Gegensatz zu anderen Insekten können sie wegen ihrer parasitären Lebensweise eine gewisse Mindestgröße für Eier durchaus unterschreiten. Fast alle bekannten Zwergwespen-Arten legen ihre Eier in denen größerer Insekten ab. Der Nachwuchs entwickelt sich direkt in einem anderen Tier. "Sie müssen nicht nach Futter suchen, weil es sie komplett umgibt", schreiben die zwei Wissenschaftler.

Die Mindestgröße wird deshalb von etwas anderem bestimmt, nehmen sie an: der minimalen Zellgröße sowie der Mindestmenge an Zellen, die für bestimmte Gewebe notwendig sind, damit diese funktionieren.

Kikiki huna hat dieses Limit ihrer Ansicht nach fast erreicht. "Wir nehmen an, dass das kleinste flugfähige Insekt mindestens 150 Mikrometer groß sein muss", notieren die Forscher. Ein noch kleineres Insekt, das nicht fliegen, aber normal laufen könne, könnte dies mit 125 Mikrometer Länge etwas unterbieten. Auch hier halten die Zwergwespen nach bisherigem Wissen den Rekord. Bei der Art Dicopomorpha echmepterygis sind die Männchen verkümmert und flugunfähig - ein gefundenes Exemplar maß nur 139 Mikrometer.

wbr