Top Ten der Forschung Artentod wütet unter Tieren und Pflanzen

2004 war kein gutes Jahr für die Artenvielfalt: Egal ob Frösche oder Schmetterlinge, Vögel oder Pflanzen - weltweit sind Flora und Fauna auf dem Rückzug. Vor allem Industrie, Landwirtschaft und Klimawandel machen den Arten zu schaffen.


Grüner Makifrosch: Weltweit sind 30 Prozent aller Amphibien vom Aussterben bedroht
WWF/DPA

Grüner Makifrosch: Weltweit sind 30 Prozent aller Amphibien vom Aussterben bedroht

Die Studie war gewaltige Fleißarbeit: Mehr als 5000 Reptilienexperten hatten sich weltweit auf die Beine gemacht, um die erste globale Inventur im Amphibienreich durchzuführen.

Und als sie im Oktober ihre Ergebnisse präsentierten, war die Ernüchterung groß: Über 30 Prozent aller rund 5700 bekannten Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht. Die Hälfte davon könnte bereits im nächsten Jahrzehnt von der Erde verschwinden - die Opfer von landwirtschaftlicher Ausbeutung, Zerstörung des Lebensraums und weiterer, noch nicht genauer erforschter Ursachen.

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Mysteriöser Niedergang: Das Sterben der Amphibien

Auch andere Studien dokumentierten dieses Jahr den Schwund und das immer schnellere Sterben der Arten. Daher kam das Fachmagazin "Science" auch nicht darum herum, die unerfreulichen Nachrichten in seine Liste der zehn bedeutendsten wissenschaftlichen Erkenntnisse 2004 aufzunehmen.

Ihren Beitrag dazu haben auch britische Naturforscher geleistet: 40 Jahre lange registrierten sie die Vorkommen von Schmetterlingen, Pflanzen und Vögeln im Königreich - mit einem klaren Trend: Im Schnitt verschwanden Schmetterlinge aus 13 Prozent der untersuchten Gebiete, bei den heimischen Pflanzen lag der Verlust sogar bei 28 Prozent. Im gleichen Zeitraum hatte sich die Zahl der Vogelarten halbiert.

Die weltweite Auswertung von 40 ökologischen Studien, die jeweils 20 bis 50 Jahre abdecken, zeigte, dass derzeit besonders die globale Erwärmung den Art zu schaffen macht: Füchse ziehen nordwärts und kommen sich mit Polarfüchsen ins Gehege. Pflanzen blühen früher. Und Vögel verändern ihr Zugverhalten, so dass sie in Regionen landen, in denen das pflanzliche Nahrungsangebot seine Blütezeit bereits hinter sich hat.



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